Projekte 2007

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Erfolgreiche WABE-Projektpräsentation
im Kreishaus Verden

Alle ProjektpartnerInnen waren aufgefordert, ihre Projekte dort vorzustellen und erste Ergebnisse zu präsentieren. Interessierte aus der Region konnten sich dort auf der gut besuchten Veranstaltung über erfolgreiche Projekte, über Fördermöglichkeiten für 2008 informieren und an einem der vier Workshops teilnehmen.

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Sternmarsch - Tag der Demokratie Vorbereitung einer kreisübergreifenden Aktion

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Soziale Gruppenarbeit / Elternarbeit

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Jugendkulturen /Codes / Musik

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Wortergreifungsstrategie

Die Projektpartner nutzten die Gelegenheit, um 30 Projekte vor Ort vorzustellen und sich auszutauschen. Der Internationale Frauenverein Ottersberg e. V. sorgte derweil für das leibliche Wohl. Verdens Landrat Peter Bohlmann begrüßte die Besucher im Kreistagssaal und hob die Notwendigkeit hervor, den Rechtsextremisten vor Ort etwas entgegenzusetzen und zeigte sich zuversichtlich.

Bürgermeister Lutz Brockmann zog nach fast einem Jahr Projektträgerschaft durch die Stadt Verden  eine positive Bilanz für die Arbeit des "Weser-Aller- Bündnisses". Kreisrechtsrat Thomas Klein aus Nienburg lobte die gute Kooperation. Zugleich zeichnete Ehler Meyer von der Stadt Nienburg die veränderte Wahrnehmung rechtsextremistischer Aktivitäten in Nienburg nach und machte deutlich, dass viele in Nienburg davon ausgegangen waren, dass dort in Sachen Nazis ein weißer Fleck bestehen würde. Inzwischen ist man in Nienburg sensibilisiert und viele sind aktiv geworden - nicht zuletzt durch WABE. Susanne Pollitt und Sabine Hartung stellten für den Runden Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg Aktionsformen vor, die nicht aufs Reagieren beschränkt sind.

Ein Ergebnis der Veranstaltung wurde im Workshop "Tag der Demokratie" erarbeitet: Am 23.Mai 2008 sollen in beiden Landkreisen entsprechende Aktionen mit Bezug auf das Grundgesetz stattfinden. Die Organisation liegt in Nienburg beim "Runden Tisch" und in Verden beim "Verdener Bündnis". Vertreter von Stadt und Landkreis Nienburg signalisierten ihre Unterstützung, da sich die Realisierung in Kooperation mit der Stadtverwaltung in Verden bewährt hat und dort auch so fortgesetzt wird.

Projekte 2007:

  1. Ver.di / Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt in Stadt und Landkreis Nienburg; Jugendkulturelle Aktivitäten im Rahmen des Aktionstages "Gesicht zeigen für Demokratie - mit Courage!" in Nienburg

  2. Verein ambulanter Erziehungshilfen e. V. ; Soziale Gruppenarbeit mit  rechtsorientierten Jugendlichen in Langwedel

  3. Dokumentationsstelle Pulverfabrik in Liebenau u. Steyerberg e. V.; Deutsch-ukrainischer Jugendaustausch 2007 - Begegnung mit ehemaligen Zwangsarbeitern und Jugendlichen

  4. Präventionsrat Liebenau / Jugendpflege; NI-Wieder - Ergebnisorientiertes Jugendmusikprojekt / Produktion einer CD gegen Rechtsextremismus

  5. Verein für Jugendarbeit Uchte e. V.; Zusammen arbeiten, spielen und lernen - kulturelle Schranken überwinden

  6. Kirchenkreis Verden / Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Toleranz; Sternmarsch für Demokratie

  7. Fördergemeinschaft Leintorschule; Zusammen sind wir stark - Kompetenztraining für HauptschülerInnen

  8. Drübberholz e. V.; Antifaschistisches Jugendcamp - Bildung macht stark gegen Rassismus

  9. JAM Initiative e. V.; Vermittlung von gewaltfreien Kommunikationstechniken zur Stärkung von tolerantem und demokratischem Miteinander

  10. Präventionsrat SG Grafschaft Hoya e. V.; Streitschlichterinnenausbildung

  11. Schulverein Gymnasium am Wall;  Ausstellung zur  Widerstandsgruppe  "Weiße Rose" im Gymnasium am Wall

  12. Arbeiterwohlfahrt; Bunte Lehmwandlung - Intergeneratives Beteiligungs- und Gestaltungsprojekt in einem benachteiligten Stadtteil

  13. Schulverein Realschule Achim; Workshop mit Jugendlichen gegen Rechts, gegen Rassismus und Diskriminierung

  14. Evangelische Jugend im Kirchenkreis Verden; Dokumentation und Präsentation von Projekten und Aktivitäten zur Demokratieentwickung

  15. Internationaler Frauenverein Ottersberg e. V.; Interkulturelle Kochgruppe für Kinder und Jugendliche

  16. Kulturhaus Schützenhaus e. V.; Aufmucken gegen Rechtsextremismus

  17. Verein Historisches Museum Domherrenhaus; Ausstellung "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben"

  18. Frauen helfen Frauen e. V.; Mädchengruppe "Powergirls"

  19. Verein Regionalgeschichte Verden e. V.; Ausstellung "Zwangsarbeit im Landkreis Verden"

  20. Kreisjugendring Nienburg e. V.; Juleica-Sommerfest - Aktivierung und Schulung von jugendlichen MultiplikatorInnen

  21. Präventionsrat SG Grafschaft Hoya e. V. ; Prävention in Grundschulen - Kooperation von Grundschulen, Eltern und Jugendpflege

  22. Verein für Jugendarbeit Uchte; Juleica-Intergenerativ  - Multiplikatorenschulung

  23. Förderverein d. Grund- u. Hauptschule Nordertor; Nordertorschule Weltweit  - Beteiligungs- und Gestaltungsprojekt zum Erwerb interkultureller Kompetenzen

  24. Kirchenkreis Verden; Präsentation u. Dokumentation von guten Praxisprojekten

  25. Kirchenkreis Verden / Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Toleranz; Lesung Ivar Buterfas - Zeitzeugenberichte

  26. Verein f. Jugendarbeit; Uchte ist bunt - Beteiligungs- und Gestaltungsprojekt mit jugendgemäßen Ausdrucksmitteln

  27. Naturfreunde Nienburg e. V. / Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg; Gesicht zeigen - Herbstaktion "Der Nienburger Herbst ist bunt!"

  28. Förderverein d. Freiwilligen Feuerwehr Marklohe e. V.; Politisch-historische Fahrt nach Berlin

  29. Fördergemeinschaft Wilhelm-Busch-Schule; "Du dumme Sau" - Gewaltfreie Kommunikation

  30. BASE e. V.; Pilot-Projekt-Kreta - Beteiligungs- und Aktivierungsprojekt für benachteiligte Jugendliche

  31. Förderverein Grundschule am Bach; Märchen aus aller Welt - Interkulturelles lernen in der Grundschule

  32. Verein Regionalgeschichte Verden e. V.; Arbeitsmaterialien zur lokalhistorischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Verden

  33. Kirchenkreis Verden / NIKLAS; Interkulturelles Stadtfest - Aktivierung und Beteiligung in einem benachteiligten Stadtteil

  34. CVJM Landesbergen /Johanniter Landesbergen; Präventionswoche gegen Rechtsextremismus in einer ländlichen Gemeinde

  35. CJD Nienburg; Miteinander-Füreinander: Nacht der Religionen - Auftaktaktion für die Bildung eines interkulturellen Jugendrates

  36. Fördergemeinschaft Leintorschule; Zusammen sind wir stark 2 - Vermittlung sozialer Kompetenzen und Förderung der interkulturellen Kommunikation

  37. Jugendzentrum Verden Dampfmühle  e. V.; Jugendbücherei - Antifaschistische Jugendinitiative

  38. Kulturimpuls Steyerberg e. V.; Szenische Lesung - Jugendkulturelles Projekt zur Wiederentdeckung eines historischen Romanes

  39. Kreisjugendring Nienburg e. V.; Rote Karte - Bunte Karte - Überregionale Aktion gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen und Bremen

  40. Ev. Jugend Kirchenkreis Nienburg; Evangelische Jugend gegen Rechts - Aktivierungsprojekt der Evangelischen Jugend in Verden und Nienbur
     

Kreisjugendring Nienburg  beteiligt sich an dem Projekt ROTE KARTE GEGEN RECHTS, das gemeinsam vom Niedersächsischen Landespräventionsrat und dem Lidice Haus initiiert wurde.

Die Aktio ROTE KARTE GEGEN RECHTS ist eine bestehende preisgekrönte Aktion, die in Kooperation von niedersächsischen und bremer Akteuren initiiert wurde. Dabei sind Postkarten gegen Rechts und für Demokratie entstanden, die zu unterschiedlichen Anlässen genutzt werden können (z. B. Verteilung im Weserstadion)
Der Kreisjugendring Nienburg lässt stellvertretend für die Akteure im Fördergebiet die Karten drucken und stellt sie kostenlos zur Verfügung. Zentrale Verteilstellen in den Landkreisen sind die beiden Kreisverwaltungen.
Durch den Förderhinweis und dem Abdruck der Internetadresse wird im gesamten Fördergebiet bei Aktivitäten gegen Rechtsextremismus für den LAP und das Förderprogramm geworben.

Die Karten standen bei der WABE-Präsentationsveranstaltung in Verden in großen Mengen zur Verfügung und wurden an Projektpartner verteilt. In Nienburg wurden die Karten bei verschiedenen Aktionen des Runden Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt sowie des Kreisjugendringes eingesetzt. Der Kreisjugendring Nienburg nutzt die Karte als Einladung für Veranstaltungen. Im Landkreis Verden wurden die Karten u. a. vom Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Toleranz verteilt. Insbesondere bei Jugend- und Schulaktionen kamen die Karten zum Einsatz.

 

Erfolgreicher Aktionstag zeigte gelebte Demokratie in der Provinz!

Aufgrund eines von der NPD Niedersachsen geplanten Aufmarsches in Nienburg  am 17. März 2007 hat sich am "Runden Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt" ein breites Bündnis unter dem Motto "Gesicht zeigen für Demokratie! - Mit Courage!" zusammen gefunden, um dem neofaschistischen Treiben friedlich und demokratisch etwas entgegenzusetzen, mit dem sich die  Bürgerinnen und Bürger der Stadt mehrheitlich identifizieren konnten. Viele NienburgerInnen hatten sich entschlossen, den Aufzug der NPD durch eine friedliche Blockade zu stoppen, da sie es für unerträglich hielten, mit anzusehen, dass die NPD zum Auftakt der interkulturellen Woche gegen Rassismus mit Hetzparolen an der Nienburger Moschee vorbei marschieren würde.

Nachdem die NPD ihren Aufmarsch nach Minden verlegte, wurde  an dem Projekt festgehalten, um ein deutliches Signal für Demokratie zu setzen. Neben Sportvereinen, Schülern und Jugendverbänden beteiligten sich die unterschiedlichsten Gruppen an dem Aktionstag mit den unterschiedlichsten Aktionsformen. Mehr als 50 Gruppen hatten  bereits im Vorfeld ihre Beteiligung  an dem Kulturfest zugesichert, während andere eine Demonstration vorbereiteten.

Mit Hilfe der Förderung aus dem Lokalen Aktionsplan  wurden folgende Aktivitäten umgesetzt:  Im Rahmen des Kulturfestes in der Nienburger Innenstadt fand auf vier Bühnen ein vielfältiges Bühnenprogramm statt, das jung und alt ansprach. Jugendliche waren bereits in der Vorbereitung beteiligt und waren während des Kulturfestes als AkteurInnen  und  BesucherInnen zahlreich vertreten.

 Drei Rockbands spielten kostenlos auf einer Rockbühne für den guten Zweck. Das Jugendtheater S’putnike stellte ihre Show auf einer anderen Bühne vor. Eine Samba- und eine Gitarrengruppe begleiteten die Demonstration „Gesicht zeigen!“, die mit 550 TeilnehmerInnen aus sicht der Organisatoren sehr gut besucht war. Der Kreisjugendring veranstaltete ein Menschenkicker-Turnier gegen Rechtsextremismus an dem sich 18 Mannschaften beteiligten. Den Auftakt bildete um 5 vor 12 ein Spiel zwischen Kreistagsmitgliedern und dem Kreisjugendringvorstand. Als Sieger des Turniers ging die Jugendmannschaft des türkisch-islamischen Kulturvereines hervor. Die Gewerkschaft Ver.di hat fast 1000 Menschen, darunter viele Schülerinnen und Schüler, mit der Plakataktion „Gesicht zeigen!“ zur Stellungnahme ermuntert. Bei dieser Aktion wurden Fotoplakate erstellt, die jeweils vier Fotos  und einen Slogan gegen Rechtsradikalismus zeigten. So konnten auch Menschen ihr Gesicht zeigen für Demokratie, die am Aktionstag nicht dabei sein konnten. Die Plakate wurden einlaminiert und  in der Georgstraße an einer langen Leine aufgehängt.

 Der Rückzug der NPD kann sicher nicht ursächlich auf die starke Mobilisierung  für den Aktionstag zurückgeführt werden. Allerdings hat der Aktionstag eine breite und konstruktive Diskussion  zur Bekämpfung von neofaschistischen Ideologien in der Region  eröffnet und viele Menschen sensibilisiert.  Dies schlug sich auch nieder  in entsprechenden Beschlüssen von Stadtrat und Kreistag sowie verschiedener Verbände, u. a. der drei Naturschutzverbände und dem Kreisjugendring.

Der neofaschistischen Szene wurde deutlich signalisiert, dass sie in Nienburg unerwünscht ist und man sich von ihr nicht Bange machen lässt. In verschiedenen Gruppen wurden Jugendliche motiviert, sich längerfristig  für Demokratie und Menschrechte zu engagieren.

So lässt sich festhalten, dass die AkteurInnen und BesucherInnen durch den Aktionstag in ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement bestärkt wurden und gelebte Demokratie in Nienburg spürbar wurde.

www.florainfo.de

Sternmarsch für die Demokratie

Kundgebung mit Schülerinnen und Schülern vor dem Rathaus
Am 23. Mai 1949 wurde unser Grundgesetz verkündet. Dieses für uns alle wichtige
Ereignis erkennt man heute in der Regel an jedem 23. Mai nur an der öffentlichen
Beflaggung.
Dass es auch anders geht, beweisen das Verdener Bündnis gegen
Rechtsextremismus, für Demokratie und Toleranz sowie Bürgermeister Lutz
Brockmann. Sie haben gemeinsam Schulen aufgerufen, an einem Sternmarsch für
die Demokratie teilzunehmen. So werden sich am Mittwoch Verdener, Kirchlintelner
und Dörverdener Schulen sternförmig zum Verdener Rathaus bewegen. Dort werden
sie von 12 Uhr bis 12.45 Uhr das Thema Demokratie in unterschiedlicher Form zur
Sprache bringen.
Hintergrund dieser Idee ist die Erkenntnis, dass wir unsere Demokratie nicht
automatisch vererben, sondern dass wir uns täglich um sie bem
ühen müssen.
„Erfahrungen aus unserer Geschichte, aber auch aus der jüngsten Vergangenheit
zeigen, wie wichtig es ist, dass sich auch Schülerinnen und Schüler immer wieder mit
unserer Demokratie auseinandersetzen“, so ein Bündnissprecher.
Alle, die dieses Anliegen unterstützen, sind herzlich eingeladen, sich am 23. Mai um
12 Uhr auf dem Rathausvorplatz einzufinden und an der Kundgebung teilzunehmen.

 

JULEICA SOMMERFEST bot Spaß und stärkte JugendleiterInnen den Rücken

Mit einem JULEICA-Sommerfest auf dem JAM-Gelände in Marklohe bedankte sich der  Kreisjugendring  Nienburg e. V. bei den JugendleiterInnen im Landkreis.   Zugleich präsentierten Jugendverbände ihre Arbeit. Jugendfeuerwehr, Johanniter, Evangelische Jugend, Fachbereich Jugend und Sport des Landkreises und Royal Ranger Pfadfinder  waren mit eigenen Angeboten vor Ort. Für die Aktion Kistenklettern der Pfadfinder  hatte das Technische Hilfswerk eigens einen Autokran aufgebaut. Jugendliche aus der Lehmwandlung organisierten ein Menschenkicker-Turnier. Live-Musik gab es von der Rockgruppe "my.enemies.12.mistakes" und der Jugendrockband der Kirchengemeinde Erichshagen.

Im Rahmen des Projektes "Prävention  & Emanzipation  fand ein Workshop zum Thema "Erlebniswelt Rechtsextremismus" statt. Für  das leibliche Wohl sorgte die Jugendwerkstatt gemeinsam mit JAM und der Evangelischen Jugend. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses zeigen sich von der Arbeit des Kreisjugendrings beeindruckt. KJR-Vorsitzender Jörg Meier begrüßte die Gäste und machte deutlich, dass die ehrenamtliche Jugendarbeit immer noch zu wenig Anerkennung finde. Die Bürgermeister und Landrat Heinrich Eggers hoben in ihren Grußworten hervor, dass die Würdigung der ehrenamtlichen Jugendleiter verstärkt werden sollte und dass mit dem Sommerfest ein guter Anfang gemacht worden sei.

 

Die Pulverfabrik Liebenau - unsere Fahrt in die Ukraine

Am 07.10.2007 hat unsere Austauschfahrt in die Ukraine begonnen. Wir fuhren zum Gegenbesuch, nachdem fünf Schüler aus Krolewez mit ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern am Gedenktreffen 2006 teilgenommen hatten.

An dieser Fahrt haben die Schüler und Lehrer von drei verschiedenen Schulen sowie Martin Guse und Anton Bartels teilgenommen. Die Fahrt begann mit dem Treffen am Nienburger Bahnhof und setzte sich mit der Fahrt nach Hannover fort. Am Hannoveraner Bahnhof war Eile geboten, da unser Anschlusszug nach Berlin nur wenige Minuten später abfuhr.

In Berlin kam unsere Dolmetscherin Monika Buche zu uns und wir fuhren gemeinsam nach Kiew, wo wir von einer weiteren Dolmetscherin Ljuba Sotschka erwartet wurden. Als wir an diesem Tag nach 36 Stunden Zugreise um 23:30 Uhr ukrainischer Zeit im Hotel in Kiew ankamen, wollten wir alle nur noch schlafen.

Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstück um 9:15 Uhr in die Schule Nr. 214. Dort wurden wir dann von Ludmyla Seraya (die Tochter des ehemaligen Zwangsarbeiters der Pulverfabrik Liebenau, Iwan Dudar) empfangen und durch die Schule geführt. Wir trafen auf die 7. Klasse. Nachdem wir uns vorgestellt hatten gab es einige Vorträge und Referate. Wir stellten die Geschichte der Pulverfabrik und unseren Bau eines „Friedensplatzes“ auf unserem Schulhof vor. Die Schüler der Klasse 7 berichteten uns von den schlimmen Kriegserlebnissen ihrer Großeltern und zeigten dabei auch alte Fotos. Martin Guse und die Schuldirektorin unterzeichneten eine Partnerschaftsurkunde, denn die Schule und die Dokumentationsstelle wollen auch weiter zusammenarbeiten. Danach gab es eine Tanzvorführung und wir konnten eine Kleinigkeit essen. Kurze Zeit darauf fuhren wir gemeinsam zu dem Mahnmal „Babij Jar“ wo wir Blumen zum Gedenken an zehntausende von jüdischen Opfer der deutschen Besatzungstruppen niederlegten. Bei dieser Gelegenheit machten wir auch ein Gruppenfoto. Anschließend haben wir alle zusammen eine Stadtrundfahrt durch das wunderschöne Kiew gemacht. Am Abend haben wir uns noch mit alten ukrainischen Freunden der „Dokumentationsstelle Pulverfabrik“ getroffen. In einem gemütlichen Raum haben wir etwas gegessen, getrunken, uns nett unterhalten und zu fetziger Musik getanzt. Am nächsten Morgen sind wir mit dem Schülern von der Schule 214 zum „Museum des Großen Vaterländischen Krieges“ gefahren. Im Museum gab es für uns eine deutschsprachige Führung. Das war ein sehr beeindruckendes Museum, das uns sehr gut gefallen hat. Danach hat Martin Guse als Geschenk einen Fotofund von einem verstorbenen Wehrmachtssoldaten an das Museum übergeben und es wurden Reden gehalten. Nach dem Museumsbesuch mussten wir uns leider schon von den Schülern der Klasse 7 verabschieden.

 Nach dem Essen sind wir mit der Bahn nach Krolewez gefahren. Das ist 250 Kilometer von Kiew entfernt. Als wir dort ankamen, wurden wir vom Schulrektor M. Pogorelsky und der kompletten Schülergruppe abgeholt und sehr freundlich begrüßt, mit Luftballons, einem Gastbrot – das ist dort so üblich, wen man Gäste empfängt – und großem Beifall. Danach sind wir zum Hotel gefahren und haben zu Abend gegessen. In der Schule No. 1 wurden wir am nächsten Morgen wieder von dem Schulleiter Mykola Pogorelsky empfangen. Wir sind gemeinsam mit der Schülergruppe in die Stadt Putivl gefahren. Dann besuchten wir ein interessantes volkskundliches Museum und ein Kloster. Zwischendurch gab es einen kleinen Imbiss im Park beim Kolpak-Denkmal. Das war ein berühmter Partisanenführer, der gegen die deutsche Wehrmacht gekämpft hat und in der Ukraine ein Held ist. Wir haben dort viele schöne Gruppenfotos gemacht und dann ein Partisanenmuseum besucht, mit einer Führung, bei der gedolmetscht wurde. Danach haben wir dort ein sehr leckeres Partisanenmahl gegessen (Grillspieße, Grützbrei, Obst und Gemüse). Das machten wir am offenen Feuer, was sehr viel Spaß gemacht hat. Anschließend verabredeten wir ein Fußballspiel: Die ukrainischen und deutschen Jungs gegen die ukrainischen und deutschen Mädchen! Dann gab es noch Spiele und Gesang beim gemütlichen Beisammensein. Lena aus Krolewez hat ganz toll ein Lied gesungen, das sie selbst komponiert hat. Ein Lied über ihre Heimatstadt Krolewez. Das gab bei uns allen ganz schön Gänsehaut. Am Abend sind wir leider wieder zum Hotel gefahren. Doch war unsere neue Freundschaft schon da und ganz fest!

Einige von uns konnten mit Martin Guse dann noch den sehr kranken Ivan Dudar zu Hause besuchen. Er war damals als Zwangsarbeiter in der Pulverfabrik. Leider ist Herr Dudar ein paar Wochen nach diesem Besuch verstorben, am 29.12.2007. Das tut uns sehr leid, denn wir – Denis und Philipp (Tim leider nicht) – haben ihn 2006 ja in Liebenau auch kennengelernt.   

 Am Freitag haben wir im Hotel gefrühstückt und sind mit dem Bus nach Schostka gefahren. In einer Schule dieser Stadt wurden wir von einem Spielmannszug und einem Filmteam empfangen! Dort haben Schüler Vorträge gehalten und eine Zwangsarbeiterin hat über die damalige Arbeit und das schlechte Leben in der Pulverfabrik Liebenau berichtet. Sie heißt Maria Dozenko und wohnt in Schostka. Dann gab es ein Kulturprogramm von Schülern und Lehrern mit Liedern und Gedichten. Wir besuchten das Museum der Pulverfabrik in Schostka und haben da einen interessanten Vortrag über die Pulverfabrik Schostka im 2. Weltkrieg gehört. Dann sind wir wieder mit dem Bus nach Krolewez gefahren. Sehr viel Spaß hatten wir bei den Abendessen bei unseren Gastfamilien. Das war sehr nett. Wir - Denis und Philipp – waren zum Beispiel beim Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Krolewez eingeladen. Den weiteren Abend haben wir mit Vorführungen der Schülerinnen aus Krolewez und mit einer Disco beendet. Das war Klasse. Wir haben uns super verstanden, viel getanzt und gelacht. Wir haben unsere Adressen, unsere E-Mailadressen und Handynummern ausgetauscht.

Dann kam viel zu schnell schon der letzte Tag. Nach dem Frühstück im Hotel haben wir Informationen zum Schulsystem in der Ukraine erfahren. In der Schule hielten wir Vorträge über die Pulverfabrik, die ukrainischen Schülerinnen und Schüler sprachen über ihre Großeltern, die den Krieg miterlebt haben. Und sie berichteten über die Vorkommnisse in der Stadt Krolewez im zweiten Weltkrieg. Da haben die deutschen Soldaten viel Schlimmes getan, auch Juden der Stadt wurden verfolgt. Es wurde aber auch von sanften und guten deutschen Soldaten erzählt. Aljona Sira – die Enkeltochter von Ivan Dudar - hat einen Vortrag über Natalja Juschtschenko, eine ehemalige Zwangsarbeiterin der Pulverfabrik Liebenau gehalten. Sie wohnt in der Nähe von Krolewez. Dann tauschten wir unsere Geschenke aus und Martin Guse unterzeichnete mit Mykola Pogorelski die Partnerschaftsurkunde zwischen der Schule und der Dokumentationsstelle. Unsere Schulen wollen ja später auch eine richtige Partnerschaft eingehen. Nachmittags hatten wir die Gelegenheit, uns vor unserer Abreise noch mal mit den Jugendlichen zu unterhalten. Wir verabschiedeten uns sehr herzlich voneinander. Da sind tolle Mädchen und Jungs. Als wir in den Zug gestiegen sind, sind dann bei fast allen die Tränen gekommen. Es war ein sehr trauriger und gefühlvoller Abschied von allen.

Dann ging es zurück nach Kiew ins Hotel. Bevor wir schlafen gingen, haben wir einen Spätausflug in die Stadt Kiew gemacht. Wir sind mit der Metro gefahren, das ist die U-Bahn in Kiew. Die ist riesig mit sehr langen Rolltreppen in die „Unterwelt“. Am Sonntagmorgen sind wir gegen 7 Uhr zum Bahnhof gegangen, dann stiegen wir in den Zug und fuhren 24 Stunden zurück nach Berlin. Wir kamen dort am nächsten Morgen um ca. 8 Uhr an. Dort haben wir gefrühstückt. Dann ging es weiter nach Nienburg und ab nach Hause. Wir haben im Zug und später viel und sehr lange über die Reise gesprochen. Wir haben unseren Eltern und Freunden ganz viel erzählt. Wir sind total begeistert von der Ukraine und den neuen Freunden. Wir sind der Meinung, dass man so etwas unbedingt wiederholen muss.

Warum?

-         Weil wir mehr über das Land Ukraine und die Kultur erfahren wollen.

-         Weil es wichtig ist, das auch andere etwas über diese grausame Nazi-Geschichte von Deutschland und das Geschehen zwischen Deutschland und den anderen Ländern erfahren.

-         Uns interessiert was damals in der Pulverfabrik und in der besetzten Ukraine geschehen ist und wie die Jugendlichen dieser Länder damit umgehen.

-         Wir wollen zeigen, dass wir versuchen dies aufzuarbeiten und wir wollen die Menschen in diesen Ländern davon überzeugen, dass wir in Frieden und Freundschaft mit ihnen leben wollen.

-         Weil die ukrainischen Schüler durch einen Gegenbesuch etwas von uns erfahren und uns besser kennen lernen sollen.

-         Weil wir bemerkt haben, dass die Ukrainer sehr gastfreundlich und sehr nett sind. Die Menschen dort sind freundlich und sehr hilfsbereit und als Gast wird man reichlich bewirtet und man bekommt viele Geschenke.

-         Weil wir nun wissen, dass in der Ukraine viele brache Landschaften sind und sie alle nicht unbedingt so viel Geld haben wie wir, um ihr Leben zu verbessern und um ihre Häuser instand halten zu können.

-         Weil uns Jüngeren vor allem die Jugendlichen dort sehr gefallen haben: Sie sind offen, sie sprechen sehr gerne mit den deutschen Schülern und wollten unbedingt Briefkontakte mit uns deutschen Schülern behalten.

-         Weil wir auf eine lange und gute Freundschaft hoffen!

 (geschrieben von den Schülern Philipp Tietz, Denis Engelhardt und Tim Dubbert-Burdorf)

 www.japl.de

„Märchen aus aller Welt“

An die Grundschule am Bach gehen 350 Kinder in den Klassenstufen 1 bis 4. Es gibt jeweils 3 erste und zweite Klassen und jeweils 4 dritte und vierte Klassen.

Seit 2001 nimmt die Schule am Projekt „Schule Ohne Rassismus/Schule Mit Courage“ teil. Das Kleinprojekt „Märchen aus aller Welt“ ist ein Baustein in diesem Großprojekt. Interkulturelle Bildung beugt Fremdenfeindlichkeit vor. Durch das Kennen lernen anderer Kulturen werden Vorurteile abgebaut und Grundlagen für ein friedliches und tolerantes Miteinander gelegt. Kinder sind diesen Themen gegenüber sehr aufgeschlossen.

Der Märchenerzähler Eberhard Vogelwaid kam am 7.12.07 und am 14.12.07 für jeweils drei Stunden an die Schule. Er erzählte zwei bis drei Klassen verschiedene Märchen aus verschiedenen Ländern. Dabei gelang es ihm, alle zu fesseln und die Kinder in die Erzählungen einzubeziehen. Scheinbar mühelos wurde so der Horizont der Kinder erweitert und sie erkannten, dass Märchen etwas Verbindendes zwischen den verschiedenen Kulturen darstellen.

Im folgenden Unterricht konnten sich die Kinder an die Märchen erinnern und sie nacherzählen. Einige Kinder malten Bilder dazu oder verglichen die Märchen mit anderen, ihnen bekannten. Im Unterricht wurden auf Bitten der Kinder weitere Märchen aus aller Welt vorgelesen und erzählt.

Im Rahmen von „Schule Ohne Rassismus/Schule Mit Courage“ werden weitere Kleinprojekte zur interkulturellen Bildung folgen.

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Grafitti - Wir gestalten unsere Zukunft – Uchte ist bunt

 Das war der Titel eines WABE-Projektes, das jetzt im Uchter Jugendzentrum lief. Dazu war ein ausgebildeter Erzieher gewonnen worden, der selber in der Grafitti Szene legal unterwegs ist. Ziel des Projektes war es mit Jugendlichen ein Kunstprojekt zu gestalten, das in die Lebenswelt der Jugendlichen hineinpasst. Über ca. 12 Wochen trafen sich jeden Dienstag Nachmittag im Uchter Jugendzentrum eine Gruppe von Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren um die Kunst des Grafittis zu erlernen. Sie lernten dabei über Bleistift- und Kohlezeichnungen, über Tusche und Ölfarbe erst auf Papier, dann auf Leinwand zu malen. Die ersten Sprühversuche gab es auf großen Holzplatten. Der Abschluss des Projektes lag in der Gestaltung einer großen Wandfläche. Hierzu musste die Gruppe selber aktiv werden und sich informieren welche Flächen zur Verfügung standen. Dabei wurde großen Wert darauf gelegt, den Jugendlichen zu vermitteln, was legal ist. An einem Nachmittag kam die Polizei ins Jugendzentrum um Kontakt zur Gruppe aufzunehmen und Rechtsfragen zu erläutern. Die Jugendlichen hatten riesigen Spaß an dem Projekt. Es bildeten sich kleine Künstler heraus.

Es gelang sogar Jugendliche für das Projekt zu interessieren, die vorher schon in der illegalen Spayerszene aktiv waren. Sie wurden als neue Multiplikatoren gewonnen. Die Werke der Jugendlichen waren im Anschluss in der Realschule und der Hauptschule in Uchte zu bestaunen.

Projektbericht zur Schulversion der Ausstellung „Die Weiße Rose- Gesichter einer Freundschaft“

Diese Ausstellung war ein Teilstück eines gesamten Themenkomplexes.  Das Gymnasium am Wall wurde als eine der ersten Schulen in unserem Landkreis als „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Seitdem finden immer wieder Projekte und Veranstaltungen an der Schule statt, die sich mit dem Nationalsozialismus damals und dem Rechtsextremismus heute befassen.

Über drei Wochen wurde im Juni 2007 am Gymnasium am Wall das Thema Nationalsozialismus und Courage aufgegriffen. Am 04.Juni 2007 fand als „Starter“ um 9.30 Uhr eine besondere Lesung (Matthias Horndach: „Konzert … mit Worten über Unaussprechliches“) statt.      Vom 05.06.- 15.06.2007 fand in der Schulbibliothek die Ausstellung „Die Weiße Rose- Gesichter einer Freundschaft“ statt. Die Ausstellung zeigte Personentafeln der persönlichen und geistigen Lebenswege der Protagonisten der „Weißen Rose“, u.a. von Hans und Sophie Scholl, Christian Probst, Prof. Kurt Huber, Christoph Schmorell und Willi Graf. Weiterhin wurden auf Thementafeln die Fragen nach dem „Warum“ und Themen wie „Freiheit“ und „Entscheidung“ behandelt.

Historische Tafeln zeigten die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit im nationalsozialistischen Deutschland. Die Ausstellung wurde schon an vielen Orten in Deutschland und Italien gezeigt und wurde jetzt durch Initiative von Herrn Schröter, Fachkonferenzleiter Geschichte, und durch die finanzielle Unterstützung des Schulvereins und WABE an das Gymnasium am Wall geholt. Über 700 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern besuchten die Ausstellung. Über eine Pressemitteilung in den Verdener Tageszeitungen wurde auch die Öffentlichkeit von der Ausstellung informiert und auch andere Schulen erhielten die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Neben der Information durch die Ausstellungstafeln gab es auch die Möglichkeit, eine DVD anzusehen, einen detaillierten Fragebogen zu bearbeiten und den Ausstellungskatalog zu betrachten. Die Fragebögen waren sehr detailliert, so dass sie nur ab Klase 10 genutzt wurden.  Parallel zur Ausstellung präsentierte Frau Graue, Leiterin der Schulbibliothek, aktuelle und interessante Literatur zum Thema Nationalsozialismus in der Schulbibliothek. So bekamen die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.Am 13. Juni berichtete Frau Ulla Greuner als Zeitzeugin vor Schülern des 12. Jahrgangs über die Hamburger Weiße Rose.

Als Abschluss des Themenkomplexes fand für die 9. und 10. Klassen eine Aufführung des Schnürschuh Theaters aus Bremen statt. Thema: „Die Weiße Rose“. Es handelt sich um ein Schauspiel von Lillian Garret-Groag. Das Stück befasst sich mit den Umständen der Verhaftung der Geschwister Scholl und zeigt in Rückblenden, wie die jungen Leute ihren Widerstand organisiert haben. Für diese Theatervorstellung gab der Schulverein einen Zuschuss, damit die Schülerinnen und Schüler keinen zu hohen Eigenanteil zahlen mussten. Das Theaterstück war sehr ausdrucksstark und die Schülerinnen und Schüler waren gedanklich schnell im Bann der damaligen Zeit.

Gerade die Kombination der Ausstellung mit dem eindrucksvollen Theaterstück wirkte sehr nachhaltig auf die Schülerinnen und Schüler. Eine Auseinandersetzung mit den Problemen der damaligen Zeit und sicherlich auch eine Übertragung in die heutige Zeit wurden durch diese Kombination bei vielen Schülerinnen und Schülern erreicht. Im Nachhinein wäre eine umgekehrte Reihenfolge, erst Theaterstück und dann Ausstellung, wahrscheinlich noch effektiver gewesen. Die auch so schon erreichte Nachhaltigkeit hat den Schulverein beeindruckt. Schulverein wird weiter Projekte dieser Art fördern oder initiieren. 

 „Lesung mit Ivar Buterfas“ am 7. November 2007

Als bekannt wurde, dass der Weltfriedenspreisträger Ivar Buterfas bereit war, nach Verden zu kommen, liefen die Planungen an. In Kooperation mit dem Kirchenkreisamt und in Zusammenarbeit mit den Sponsoren Mc Donalds und Kreissparkasse Verden wurden die Schulen (9. und 10. Klassen) in Verden, Dörverden, Kirchlinteln und Langwedel eingeladen.

Es kamen mehr als 500 Schülerinnen und Schüler in die Stadthalle. Ivar Buterfas erzählte zunächst seine Lebensgeschichte und las dann aus seinem Buch „Mut ist nicht Leichtsinn“. Anschließend beantwortete Buterfas Fragen der Schülerinnen und Schüler. Zum Abschluss bekamen die Schulen je einen Klassensatz des Buches überreicht.

Anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wird alljährlich in den Schulen dieses Thema im Unterricht behandelt. Anlässlich der aktuellen Umtriebe von Rechtsextremisten in der Region, die u.a. auch fremdenfeindliches und antisemitisches Gedankengut verbreiten, ist eine Aufarbeitung mit Jugendlichen besonders wichtig. Hier bot sich nun die seltene Gelegenheit, einen Zeitzeugen, dessen Vater Jude war, zu hören.

Herr Buterfas hat es verstanden, die Schülerinnen und Schüler betroffen zu machen. Jedem Zuhörer wurde deutlich, was ihm, seiner Familie und den Juden allgemein an Unrecht angetan wurde. Herr Buterfas ließ es sich auch nicht nehmen, den Jugendlichen Hilfen für den Umgang mit Rechtsextremisten zu geben. Auch hier gilt sein Buchtitel „Mut ist nicht Leichtsinn“.

Die Veranstaltung hat bei den Jugendlichen mit Sicherheit einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Sie darf daher als sehr gelungen bezeichnet werden.

Verantwortlich: Ev. Kirchenkreis Verden / Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus - für  Demokratie und Toleranz

Nie wieder mit der Blindheit der Vergangenheit

In diesem Projekt ging es darum Musik als Medium zu nutzen um Toleranz zu vermitteln, indem  Akzente gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden. Um lokal zu agieren und viele Menschen zu erreichen wurden mehrere Bands aus Diepholz, Verden und Nienburg gefragt, ob sie ein eigenes Lied dem Sampler gegen Rechtsextremismus widmen um damit Flagge zeigen.

In einem Workshop des Jugendhauses Liebenau wurde extra noch ein Lied als Highlight für den Sampler mit den  BesucherInnen komponiert und aufgenommen. In dem Workshop wurde viel über die Themen wie Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt diskutiert und als Ergebnis dann der Song kreiert. Dies war ein gutes Beispiel für gelungene praktische antirassistische Bildung.

In Kooperation zwischen dem Präventionsrat Liebenau, der Jugendpflege der Samtgemeinde Liebenau und dem Weser Aller Bündnis ist es jetzt gelungen diesen Sampler zu veröffentlichen. Die Release-Party soll im Mai 2008 in der Hauptschule Liebenau mit ein paar Bands gefeiert werden. Alle sind hierzu herzlich eingeladen.

Workshop mit Jugendlichen gegen Rechts, gegen Rassismus und Diskriminierung

Der Einstieg in das Projekt begann mit einer Veranstaltung am 20.11.07 für Achimer Eltern und Jugendliche. Wir hatten das Ziel einen breiten Teilnehmerkreis einzubeziehen. Die Einladung wurde an die Realschüler/innen, die Hauptschüler/innen und die Eltern- und Schülervertretung der Achimer Gymnasien und der Erich-Kästner-Schule erteilt. Weiterhin wurden Vertreterinnen der Kirchen, der Polizei und interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen. (Wirkung in den Sozialraum)

Referent war Andrea Müller vom Lidice-Haus. Herr Müller informierte über das Handeln, das Vorgehen, die Organisationsformen und die Dresscodes der Rechten.

Vorbereitend zum Workshop im Lidicehaus hat es drei Treffen mit der Arbeitsgruppe gegeben, in denen die in der Informationsveranstaltung am 20.11.07 erhaltenen Fakten nachbereitet und vertiefend behandelt wurden. Gleichzeitig wurden Strategien ins Auge gefasst, wie eine längerfristige Auseinandersetzung mit dem Thema in der Schule aussehen könnte.

Im Dezember 2007 nahmen 20 Jugendliche aus den Jahrgängen 8-10 an einem dreitägigen Workshop im Lidice-Haus teil. Sie befassten sich mit den Themen Rassismus, Mobbing, Diskriminierung, und die Neonazis. Die Jugendlichen haben zu den Themen in Teams gearbeitet. Ergebnis der Arbeit im Workshop war, dass die Jugendlichen sich aktiv und offensiv für Toleranz und Demokratie in ihrem direkten Umfeld einsetzen wollen. Sie erstellten Flyer, die an andere Jugendliche und Schüler/innen von ihnen verteilt wurden. Sie erstellten Plakate, die sie in der Realschule aushängten. Sie wollen Vorbilder für jüngere Schüler/innen sein und diese motivieren, sich aktiv für Demokratie und Toleranz und gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen.

 Am 29.01.08 erhielt die Achimer Realschule die Anerkennung als „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“. Die Schüler/innen, die am Workshop teilnahmen, bereiteten die Schulveranstaltung mit vor.

Sie schlugen Projekte vor, die im Schulprojektunterricht zum Thema durchgeführt werden könnten. Sie bereiteten eine Schülermoderation für die Festveranstaltung vor. Sie übernahmen diese Schülermoderation und stellten sich bewusst als Vorbilder für ihre Mitschüler/innen auf die Bühne. Weiterhin übernahmen sie Verteilung von informierenden Schriften gegen Rechts und Rassismus. Die Jugendlichen, die am Projekt teilnahmen, haben sich politisch gebildet. Sie haben erste Schritte gemacht sich aktiv für demokratische Grundwerte einzusetzen. Die Jugendlichen sind gestärkt und gut informiert, um sich selbstbewusster gegen Rechts, gegen Rassismus und Diskriminierungen zu stellen. Sie haben eine Projektgruppe gebildet, in der sie weiter arbeiten möchten. Sie sind ernsthaft interessiert ihre Arbeit fortzusetzen und Jüngere einzubeziehen. Sie möchten andere Jugendliche gewinnen, die sich an der Arbeit für mehr Zivilcourage aktiv beteiligen. Jüngere Schüler/innen haben sich gemeldet, die lernen wollen und sich an den Aktivitäten der Projektgruppe beteiligen wollen.

Resümee zur Ausstellung „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben"
Geschichte der Jugend- KZs Moringen und Uckermark  1940 bis 1945

Die Ausstellung

Die Ausstellung wurde entwickelt von Martin Guse (www.martinguse.de) und wurde von der Abteilung Museumspädagogik des Domherrenhauses, Historischen Museum erstmalig nach Verden geholt. Zur Präsentation wurden externe Räume der Stadt Verden angemietet. In dieser Wanderausstellung sollten vor allem Jugendliche angesprochen und "erreicht" werden. Eingebettet in die "große Geschichte" wurde auf 32 Tafeln das Erleben und Leiden der Mädchen und Jungen in den Jugend- KZ durch Fotos, Dokumente und Texte nachgezeichnet. Die Ausstellung zeichnet das Verdrängen und Vergessen nach. Sie zeigt auch, was nach 1945 mit Opfern und Tätern geschah.

Die Darstellung der Verfolgung und Inhaftierung der Mädchen und Jungen verdeutlichte die Mechanismen von Diskriminierung und Ausgrenzung, die auch bei der heutigen Einschätzung von Außenseitern und Minderheiten zu entdecken sind. Der biographische Ansatz erleichterte den Zugang zur Dimension der Verbrechen im nationalsozialistischen Deutschland.  Aber auch der Bezug zu "aktuellen" Fragestellungen wurde dadurch vereinfacht.Begleitet wurden die jugendlichen SchülerInnen durch museumspädagogisches Fachpersonal. Mithilfe eines gestuften Rahmenprogramms wurde die Thematik vertieft.

Die Eckdaten

Die Ausstellungsdauer betrug gut einen Monat bis zum 16. Oktober und hatte als hauptsächliche Zielgruppe Schulklassen vorgesehen. Alle Schultypen von Förderschule bis Gymnasium waren bei den Besuchen vertreten. Diese jedoch in der Minderzahl. Überwiegend besuchten Haupt- und Realschule die Jugend- KZ - Ausstellung. Leider kam bis auf drei Ausnahmen 2x 10. Klasse Gymnasium, 1x BBS) nur die 9. Klassestufe. In dem Jahrgang ist das Thema Nationalsozialismus im Lehrplan verankert.

Die Auslastung nach etwas schleppender Anlaufphase mit 228 Schülern und 51 Erwachsenen bei einem Sondertag, d.h. 279 Besucher insgesamt ist sehr zufrieden stellend. Begleitet und gut dokumentiert wurde die Schau von den Medien Rundfunk und Presse.  

Das Schulprojekt

Museumspädagogischer Ablauf:

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Überblickführung

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Kleingruppenarbeit mit Fragebogen zum Ausfüllen

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Feedbackrunde

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Austeilen von Lehrermaterial

 Bei den museumspädagogischen Führungen war bei allen Schülern eine Betroffenheit spürbar. Beim selbstständigen Arbeiten in Kleingruppen zeigten sich etwa zwei Drittel der 18 Klassen engagiert. Das restliche Drittel erfüllte die gestellten Fragen nur äußerst unzureichend. Eine gewisse „Coolness" als gezeigtes Verhalten ist m. E. als gruppendynamisches „Erfordernis" zu werten. Diese Grundstimmung konnte nur bei der Ansprache einiger besonderer Auffälligkeiten aufgebrochen werden, z.B. als mögliche Begründungen für die KZ-Haft genannt wurden. Die Ausstellung ist für die nicht Lese- gewöhnten und leistungsschwächere Schüler zu Text lastig.

Bei der Feedbackrunde (war nicht mit allen Klassen aus Zeitgründen möglich) äußerten sich die meisten Schüler sehr ernsthaft ihre Fassungslosigkeit über die Einlieferungsgründe in die Jugend- KZs. Die vorbereiteten Materialien für die Nachbereitung wurde von den Lehrkräften gerne in Anspruch genommen mit der Zusage das Thema im Unterricht weiter zu vertiefen.

Der Sondertag

 „Spezielle KZs nur für Jugendliche? Das habe ich noch nie gehört!" Das war am Sondertag die häufigste Aussage auch bei den Erwachsenen. Zu diesem Tag für Einzelbesucher und Gruppen kamen ca. dreißig Besucherinnen ins Ackerbürgerhaus. Unter diesen waren auch vier Zeitzeuginnen, die aufschlussreiche Berichte aus eigenem Erleben gaben, sodass interessante Gespräche weit über die vorgesehene Öffnungszeit hinaus möglich waren. Diese von den Zeitzeuginnen berichteten Erlebnisse habe ich in der Abschlussrunde bei den Schulklassen mit einfließen lassen.

Juleica Ausbildung  intergenerativ im Uchter Jugendzentrum

Jugendarbeit ist ein wichtiges Aufgabenfeld, jeder Verein ist darauf angewiesen um Nachwuchs zu bekommen und zu fördern. Die Ehrenamtlichen, die in der Jugendarbeit tätig sind, werden mit vielfältigen Anforderungen konfrontiert: Organisation von Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, pädagogische Fähigkeiten entwickeln um Kinder zu motivieren, Zusammenhalt in der Gruppe zu fördern oder Außenseiter einzubinden, Konflikte schlichten, aber auch das Wissen um die rechtliche Situation auf Freizeiten usw. Deshalb organisierten der Verein für Jugendarbeit, der Präventionsrat in der Samtgemeinde Uchte und die Raddestorfer Ferienspiele gemeinsam mit der Kreisjugendpflege erstmalig im Uchter Jugendzentrum eine Juleica Ausbildung.

Die Resonanz war erfreulich, 12 Jugendliche und eine Erwachsene opferten drei volle Wochenenden um diese Ausbildung zu durchlaufen. Viele wurden nur durch persönliche Ansprache erreicht. Ein Anschreiben an die Vereine in der Samtgemeinde war auf keine Resonanz gestoßen. Eine typische Aussage einer Jugendlichen: „Ich wurde überredet, aber es hat mir riesigen Spass gemacht und es hat mir viel gebracht.“ Durch das Angebot vor Ort konnten viel mehr  Jugendliche erreicht werden, sogar zwei Migranten waren dabei. Der Inhalt bestand aus Theorie, Rollenspielen und viel praktischer Arbeit. Der Höhepunkt der Ausbildung war ein Niedrigseilgarten, der extra für die Gruppe am Jugendzentrum aufgebaut wurde und der Besuch eines Hochseilgartens. Beides sollte der Gruppe zeigen wie wichtig es in der Kinder- und Jugendarbeit ist, dass eine Gruppe zusammenwächst und ein „Wir-Gefühl“ entsteht. Die Jugendlichen nahmen viele praktische Anregungen mit. Der Abschluss der Ausbildung bestand in der eigenständigen Planung und Durchführung eines Projektes. Dazu ging eine Gruppe ins örtliche Seniorenheim um gemeinsam mit Alt und Jung einen Nachmittag zu gestalten. Eine andere Gruppe beteiligte sich an dem Programm des Runden Tisches in Nienburg, sie verteilten an einem Samstag vor der Landtagswahl Schlüsselanhänger und Buttons an jugendliche Wähler um gegen Antirassismus und gegen Rechts zu sensibilisieren.

Das Ganze konnte nur durchgeführt werden, da vorher ein Antrag auf finanzielle Unterstützung an das Weser-Aller-Bündnis WABE gestellt worden war. Die Jugendlichen können sich nun vor Ort engagieren in der Darlatener Feuerwehr, im Uchter Jugendzentrum, beim Fußballtraining im SC Uchte oder bei den Raddestorfer Ferienspielen.  Die Initiatoren Bärbel Kahlert und Uta Sievers sind motiviert so eine Ausbildung zu wiederholen.

Herbstprojekt des Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt in Stadt und Landkreis Nienburg -

„Gesicht zeigen – für Demokratie – mit Courage“

Herbst 10.11. 001.jpgDer "Runde Tisch" ist ein Aktionsbündnis, das gegen Rassismus und rechte Gewalt in Stadt und Landkreis Nienburg aufruft und sich für Toleranz und Demokratie einsetzt. Das Bündnis tagt offen und verlangt keine feste Mitgliedschaft. Bei aktuellen Anlässen ruft der Runde Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt alle gesellschaftlichen Gruppen zu Aktivitäten im Sinne seiner Zielsetzung auf. Für dieses Projekt wurden aufgerufen: Verbände, Vereine, zivilgesellschaftliche Organisationen, Jugendeinrichtungen und Schulen.

Das Projekt verfolgte das Ziel, während der Wochenenden in verschiedenen Orten des Landkreises mithilfe verschiedenster Verbände, Vereine, zivilgesellschaftlicher Organisationen, Jugendhäuser und Schulen in der Zeit des Landtagswahlkampfes die Bevölkerung im Landkreis Nienburg - insbesondere junge Menschen - im Sinne der bisherigen Aktionen dieses Jahres (Aktionstag am 17.03.07 und Kundgebung mit Demonstration am 9.06.07) zu ermuntern, sich für Demokratie mit Courage einzusetzen und  gegen Nazi-Propaganda und gegen Nazi-Auftritte aller Art Aktivitäten zu zeigen. Das Projekt sollte anknüpfen an die Fotoaktion (Gesicht zeigen) der Verdi-Jugend, sollte eine Postkartenaktion beinhalten (Kein Raum für Nazi-Propaganda in diesem Briefkasten) und ab Oktober jede Woche in unterschiedlichen Aktionsformen präsent sein in Nienburgs Innenstadt und an weiteren Orten im Landkreis. Mit einer Auftaktveranstaltung und einer Werbekampagne wurde das Projekt eingeleitet. In die Aktionen sollten grundsätzlich junge Menschen über ihre Verbände und Vereine einbezogen sein

Zur Teilnahme am Projekt riefen auf: Kreisjugendring Nienburg, Kirchenkreis Nienburg, DGB Nienburg sowie der Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg. Unterstützung fand das Projekt bei Landrat Heinrich Eggers und Bürgermeister Henning Onkes anlässlich der Auftaktveranstaltung am 5. Oktober. Die Stadt Nienburg stellte für den Zeitraum von Oktober 07 bis zur Landtagswahl am 27.01.08 eine Holzhütte zur Verfügung, kenntlich durch das Banner „Vielfalt tut gut“, die den unterschiedlichen Organisationen zur Verfügung stand, ausgestattet mit Material, das jede Organisation nutzen konnte, um die Präsentation der jeweiligen Gruppen zu erleichtern und um eine einheitliche Außenwirkung zu erzielen.

Dazu gehörten die Fotos aus der Aktion „Gesicht zeigen…“, das Banner des Kreisjugendringes „Für Demokratie – mit Courage“, Straßenzeitungen zum Thema „Rechtsextremismus“ sowie so genannte Themenrollen, auf denen Bürgerinnen und Bürger vermerken konnten, welche Bedeutung für sie die Begriffe Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Miteinander-Füreinander haben (Ergebnisse weiter unten).

In der Zeit vom 13. Oktober bis zum 26. Januar 2008 waren mehr als 25 Organisationen zwischen 9.30 und 13.00 Uhr  in der Nienburger Innenstadt aktiv:

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 Die Arbeitsgruppe „Elisabeth-Weinberg-Preis“ des Runden Tisches

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Kreisjugendring

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Schule ohne Rassismus – GS Am Bach, Nienburg

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Marion-Dönhoff-Gymnasium, Nienburg

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Kirchengemeinde St. Martin, Nienburg

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Kirchenkreisjugend

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Jugendarbeit Marklohe (JAM)

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Jugendgruppe Miteinander-Füreinander, Nienburg

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Dokumentationsstelle Pulverfabrik mit Jugendgruppe Liebenau-Steyerberg

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Frauen-Stadthaus mit Frauennotruf, Frauenhaus und Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten,

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Naturschutzbund (NABU) Nienburg

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Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Nienburg

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Ver.di Nienburg

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Naturfreunde e.V. Nienburg

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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Nienburg

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Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Nienburg

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Nienburger Kulturwerk

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Chor Liedschlag.

 Mit im Bündnis waren die Parteien der CDU, der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Die LINKE mit Ihren Jugendorganisationen Junge Union, Jusos und Grüne Jugend Nienburg.  

Die  Jugendlichen haben sich beim Verteilen der Aufkleberkarten für Briefkästen,  von Informationsmaterial engagiert, sie haben diskutiert und Menschen zum Ausfüllen der Themenrollen gewonnen (Ergebnisse siehe unten). Sie haben das Thema in die Schulen getragen.  Über das Verteilen der Briefkasten-Aufkleber sind viele Jugendliche aus verschiedenen Jugendzentren  in mehreren Samtgemeinden des Landkreises aktiv geworden. Sie haben an Haustüren geklingelt und ihre Botschaft mitgeteilt.  Hier sind neben Nienburg hauptsächlich Hoya, Landesbergen, Heemsen und Liebenau zu  nennen. 

Durch ihre Identifikation mit den Zielen der Aktion und mit ihrer aktiven Teilnahme haben die Jugendlichen bewiesen, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen und Nazi-Parolen auf jeden Fall kritisch hinterfragen.  Sie sind zu Multiplikator/inn/en zum Thema Nazi-Propaganda und Rechtsextremismus innerhalb ihres sozialen Umfeldes geworden. Das Projekt wurde von der Nienburger Öffentlichkeit überwiegend positiv begleitet. Es hat das breite Bündnis im Landkreis Nienburg für Demokratie und gegen Rechtsextremismus klar gestärkt.

 

Antifaschistisches Jugendcamp 2007

Einleitend lässt sich sagen dass das antifaschistische Jugendcamp, welches im Juli 2007 stattfand, als Erfolg gewertet werden kann.

Durch die Förderung der WABE wurde es möglich interessierten Jugendlichen einen niedrigschwelligen Einstieg in Thematik zu ermöglichen und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, sowie mit ihnen zu erörtern, wie sie sich engagieren können. Dadurch dass Jugendliche aktiv an der Planung und Durchführung des Projektes beteiligt waren, sowie durch ein vielfältiges Workshop- und Vortragsangebot, erhielt das Jugendcamp eine noch passendere Vermittlungsebene, fernab vom üblichen „Frontalunterricht“.
Es war der Wunsch aller im Organisationsteam, dass es dieses Camp geben sollte. Dieser Satz für sich mag komisch klingen, aber ist er das wirklich? Wir finden nicht, denn in einer Zeit in der sich Menschen oft aus Gründen wie Arbeitszwang oder anderen Zwängen aber wenig aus einem gemeinsamen zukunftsorientiertem Streben heraus zusammenfinden, um unendgeldlich eine Idee voranzutreiben, scheint es uns doch ein erwähnenswertes Detail.
Das Flugblatt des Camps spricht davon so: "..Wir möchten allen Interessierten, die gerne etwas gegen Rassismus auf die Beine stellen wollen, Informationen, Anregungen und Ideen bieten, dies zu tun...“. Das ein einzelnes Camp nicht alles lösen kann, ist uns dabei selbstverständlich klar, es kann auch nicht alleine jugendlichem Enthusiasmus überlassen werden rassistische Umtriebe zu stoppen, das ist allen klar. Dennoch ist und bleibt es immer wichtig positive Zukunftsperspektiven zu erarbeiten die soziale Probleme und Perspektiven einbeziehen.

 
 So machten wir uns an die Arbeit:
·    beflügelt vom Rückenwind der Bündnispartner/innen
·    begleitet und mitorganisiert von engagierten Jugendlichen
·    beraten von den etablierten antifaschistischen Verbänden
·    unterstützt von der WABE
·    inspiriert von zahlreichen Fachleuten, die uns in der Vorbereitung und dem Camp selbst wichtige Impulse gaben,
·    beeindruckt von der großen Zahl der Interessierten und Engagierten aus der Region selbst.

 Von Juni 2006 bis Juli 2007 haben die sieben Arbeitsgruppen an Konzepten für das Camp und dessen Umsetzung gearbeitet:

AG 1 Organisation Gesamtkonzept
·    Eine Organisationsgruppe, zusammengesetzt aus Delegierten  aus allen sieben Arbeitsgruppen organisierte die gesamte  Infrastruktur, die Finanzierung und die Koordination aller Veranstaltungen.      

AG 2 „Vorträge namhafter Referenten und Referentinnen“

·    Die Organisation und gesamte Planung für die Vorträge und Workshops der namhaften Referentinnen und Referenten, wie den Filmvortrag der Journalistin Andrea Röpke zum brandaktuellen Thema „Neonazistinnen“, den Vortrag eines Zeitzeugen des Naziregimes, den Vortrag zur „Schulantifa Weyhe/Leeste“ von Ralf Beduin und SchülerInnen  sowie den des Journalisten Andre Aden der über „Die regionalen Strukturen und Aktivitäten der Neonazis“ referierte. Auch gab es in dieser Rubrik einen Workshop zum Thema „Rechte Dresscodes, Zeichen und Symbole“. 
 
AG 3 Party und Partizipation

·    Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt unseres Gesamtkonzeptes ist es, dass auch jugendliche Referenten/innen das Wort ergreifen und sich selbst organisieren. In dieser Rubrik, welche von AG 3 organisiert und unterstützt wurde, fanden Vorträge und Workshops zu Themen wie: „Ursachen von Faschismus“ und „Was ist Rechtsextremismus und was sind deren Propagandastrategien?“ , „Öffentlichkeitsarbeit“ sowie der Workshop „Bündnisarbeit- Chancen und Möglichkeiten“ statt. Darüber hinaus wurde in diesem Rahmen auch der Kreativworkshop „Flugblätter etc. layouten“ organisiert.

· Eine Brücke zum angenehmen Abendprogramm schlug die Konzertgruppe „Los jetzt!“. Sie organisierte sowohl die Bands, als auch die dafür notwendige technische Ausstattung und brachte ihr Know-how  ein. So spielten am Abend bei uns zwei bekannte Bands auf.


AG 4 „Füreinander-Miteinander,aber wie?“
·    Beschäftigte sich mit den „Campregeln“, wobei sich die AG 4 nicht damit beschäftigte selbst Regeln aufzustellen, sondern damit, wie sie im Camp selbst mit den Jugendlichen gemeinsam „Campregeln“ erarbeiten kann, welche ein gemeinsames Miteinander umgehen und eine Konfliktlösungsstrategie einbezieht.

Die AG sensibilisierte darüber hinaus die Vortragenden was das Redeverhalten in den Workshops und Vorträgen angeht.

 
AG 5 Werbung
·    Die AG Werbung übernahm von der Idee bis zum Druck und der Verteilung alles was nötig ist um ein gutes Camp zu  bewerben.

AG 6 Organisation vor Ort
· In dieser AG organisierte sich das gemischtgeschlechtliche Moderationsteam. Die AG 6 leistete aber auch noch anpackende Arbeit vor Ort. Sie schleppten Stühle, reparierten und halfen an allen Ecken und Kanten.

 AG 7 Freizeit und Kultur
Beschäftigte sich mit auflockernden Freizeitbeschäftigungen, Spiel und Spaß und gab immer wieder erfrischende Impulse.

 
Die Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppen trafen sich zusätzlich zu
"Koordinierungsrunden", um ihre Arbeit zu vernetzen und zusammenzufassen. Das Projekt bewirkte bei den beteiligten Jugendlichen einen  Motivationsschub und förderte deren Engagement. In der abschließenden Befragung gaben mehr als 80% der TeilnehmerInnen an sich in Zukunft verstärkt gegen Rassismus und Neofaschismus engagieren zu wollen.

 

Miteinander füreinander: Nacht der Religionen

Ziel war es, in dem Landkreis Nienburg und darüber hinaus einen Interkulturellen Jugendrat (Miteinander-Füreinander) dauerhaft zu installieren. Der Interkulturelle Jugendrat ist für alle offen. Es wird angestrebt, dass sich im Interkulturellen Jugendrat ein Querschnitt aller Menschen die im Landkreis vertreten sind, wieder findet (männlich, weiblich, aller Religionen, aller Nationalitäten, etc.).

Der Interkulturelle Jugendrat soll auf lange Sicht gesehen, in die Lage gesetzt werden, sich selbständig in demokratische Prozesse einzubringen und weiter selbständig Aktionen der verschiedensten Formen (Informationsveranstaltungen, Events, etc.) zu organisieren.

Als erster "Höhepunkt" war der 09. November 2007 in Nienburg unter dem Motto "Ich kenn' Dich - Du kennst mich" eine Nacht der Religionen geplant. Hierbei wurde ein Reisebus gemietet und während des späten Abends mehrere Gebetshäuser angesteuert..., es wurde sich gegenseitig besucht. Während des Besuchs gab es einzelne Erläuterungen zu den Stationen.

Den beteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde das Wissen und Handeln bzgl. einer demokratischen Entscheidungsfindung vermittelt.

Weiter wurde den Beteiligten das Selbstvertrauen für ein zukünftiges eigenständiges Handeln im Sinne des "eigenverantwortlichen Mitbürgers" vermittelt. Hier durch wird das Anstreben einer aktiven, sich "einbringenden" Gesellschaft forciert.

Ziel war die Förderung des friedlichen Zusammenlebens in Deutschland. Der Weg zu diesem Ziel besteht in der Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen religiösen Traditionen. Unter der Leitfrage "Weißt Du wer ich bin?" sollen in Gesprächen und mit Aktionen die Kenntnisse über die andere und über die eigene Religion vermehrt werden. Die Aktion "Ich kenn' Dich - Du kennst mich" regt so dazu an, Neugier füreinander zu entdecken, Vorbehalte zu überwinden und Gemeinschaft zu stärken...

 Die Resonanz und Beteilung war außerordentlich gut, sowohl bei den in der Planung eingebundenen Jugendlichen der Gruppe "miteinander - füreinander" als auch bei den Beteiligten am Tag der Aktion (Musikbus steuert fünf kirchliche Gemeinden in Nienburg an...) im Musikbus, in den jeweiligen Kirchengemeinden sowie der Moschee. Weiter hat die Aktion auch eine große Resonanz in den Medien erfahren (Mehrere Printberichte und ein TV Bericht / rtl).

Die Jugendlichen haben die Aktion eigenverantwortlich geplant und durchgeführt:

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Organisation des Busses

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Kontakt zu den Gemeinden

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Planung und Durchführung (Programm...) in den Gemeinden

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Mehrere Orga.-Treffen mit den an der Planung und Organisation beteiligten Jugendlichen

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Vorberichterstattung und Veranstaltungshinweise in der regionalen Medien

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Erstellung eines Ablaufplans bzgl. der Aktion (Art, Umfang, Zeitplan…)

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Songtext, welcher in der jeweiligen Kirchengemeinde und im Bus zwischen den Stationen gemeinsam gesungen wurde

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Gemeinsame Teilnahme an dem stillem Gedenken Reichsprogromnacht am 09. November 

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Betreuung des Infotisches gegen rechte Gewalt und für ein menschliches Miteinander in der Nienburger Innenstadt

 

Nordertorschule – Weltweit

 Hauptschüler „übergaben“ das Wandbild aus Fliesenscherben feierlich der Öffentlichkeit

Es herrschte emsiges Treiben in der Pausenhalle. Hauptschüler und –schülerinnen der Nordertorschule bereiteten die kleine Feier anlässlich der Fertigstellung „ihres“ Fliesen-Wandbildes vor.

Aufgeregt nahmen die am Programm beteiligten Schüler letzte Anweisungen der Projektleiterin Gesine Schöning, Schulsozialarbeiterin der Nordertorschule, entgegen. Die hauseigene Schülerfirma begrüßte die Gäste mit bunten Häppchen und von Jugendlichen extra für diesen Anlass hergestellten „Fliesenkeksen“.

Der Schulleiter, Bernd Haase, begrüßte neben Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern den Bürgermeister der Stadt Nienburg, Henning Onkes, den für Schulen zuständigen Fachbereichsleiter bei der Stadt Nienburg, Ehler Meyer, Rudi Klemm als Vertreter des Weser-Aller-Bündnisses (WABE), Sybille Lürßen für die Sparkasse Nienburg, Frau Krumwiede für den Förderverein der Schule und Frau Jorgas als Vertreterin des Fachdienstes Jugend und Sport des Landkreises sowie Kalle Sturhahn-Dütschke von der Kunstwerkstatt Artenreich und bedankte sich für deren Unterstützung bei der Verwirklichung des anspruchsvollen Projekts „Fliesenmosaik Nordertorschule-Weltweit“. Haase erinnerte daran, dass das Thema „Integration, Vielfalt und Toleranz“ für die Nordertorschule eigentlich ein „alter Hut“ sei, da Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund schon seit den Sechziger Jahren das Schulleben mit prägen. Herr Klemm nahm diesen Faden in seinem Grußwort auf und drückte seine Anerkennung für die vielfältigen Bemühungen der Nordertorschule aus, den Hauptschülern möglichst gute Chancen für den Start in das Erwachsenen- und Erwerbsleben zu eröffnen. Er sei zunächst skeptisch gewesen, ob die Erstellung eines Wandbildes aus Fliesenscherben mit den Qualitätsanforderungen der Förderkriterien WABEs übereinstimme. Die in der Vorbereitung geplanten und umgesetzten Maßnahmen sowie das Mosaik selbst und die Beschreibung des Entstehungsprozesses haben ihn dann voll überzeugt.  An die Adresse des Schulträgers, die Stadt Nienburg, gerichtet gab er den großen Wunsch der Schülerschaft weiter, auch die räumlichen und sachlichen Gegebenheiten dieser Schule zu verbessern. Nun gaben die Jugendlichen Kostproben dessen, was sie über das Wandbild hinaus erarbeitet hatten. Die Klasse 9b überzeugte mit einem „Fliesen-Rap“, die Klasse 8b präsentierte eine Weltkarte, auf der die Herkunftsländer und -orte der Nordertorschüler mit kleinen Fähnchen gekennzeichnet waren.

Die Klasse 6b stellte ihr Europa-Spiel vor, das im Rahmen der Vorbereitung auf die Arbeit am Mosaik entstanden ist. Diese Präsentationen zeigten exemplarisch die gelungene Umsetzung des WABE-Mottos „Vielfalt tut gut“ und begeisterten die Anwesenden. Bevor die Gäste von Herrn Haase eingeladen wurden, sich das Original an der Außenwand des Schulgebäudes anzusehen, gab es noch eine Überraschung für die Gäste. Für jeden Gast gab es aus der Hand von Klassensprechern ein kleines Päckchen mit Postkarten des Mosaiks und eine kleine Tüte „Fliesenkekse“ als Dankeschön und zur Erinnerung, die die Gäste der Hauptschule gern in Empfang nahmen.

Rap zum Fliesenmosaik der Hauptschule Nordertor

Hey, wir haben was vollbracht,

haben ein Projekt gemacht

und Entwürfe für das Hauptschul-Mosaik uns ausgedacht.

Künstler haben draus gemacht eine wahre Linien-Pracht, haben unsere Ideen als Umriss an die Wand gebracht.

 

Refrain:

Ja da musst du zementieren

Und das Zeug ganz ord’ntlich schmieren,

Ja, da musst du Fliesen schlagen,

bunte Scherben rüber tragen,

denn wir brauchen alle Farben,

um sie an die Wand zu tragen.

Hauptschul-Mosaik, Hauptschul-Mosaik

 

Klasse 5 bis Klasse 10

war’n beim Arbeiten zu seh’n

mit den Scherben

aus den’n langsam Mosaik-Flächen entsteh’n

Pfaue, Kirchen und Moscheen

waren bald sehr gut zu seh’n.

Wenn die Zeit um war,

dann wollten viele gar nicht wieder geh’n.

 

Refrain

 

Alle starrten an die Wand,

alle warteten gespannt,

was mit Nordertorscher Hand

aus den Scherben nun entstand.

Was manch’ Hauptschüler erfand,

schimmert nun an uns’rer Wand.

Das war wirklich allerhand

Und hat lange Zeit Bestand.

 

Refrain

 

„Du dumme Sau“ –  von der Beleidigung zur win – win – Lösung

 Zielgruppe :

Jungen und Mädchen im Alter zwischen 7 und 12 Jahren unter der Bedingung der freiwilligen Teilnahme in der Wilhelm-Busch-Schule in Rehburg-Loccum

Ziele :

Schulung der Wahrnehmung von Gefühlen und Bedürfnissen ( eigener und anderer )

Förderung des gewaltfreien Aufgreifens von Konflikten und Lösungsansätze für ein friedliches Miteinander

 

Durchführung :

Das Projekt wurde immer Mittwochs in der Zeit von 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr im Klassenraum der Kl. 5 durchgeführt.

Es haben sich 4 Kinder – je 2 Jungen und 2 Mädchen im Alter von 11 Jahren – freiwillig zu dem Projekt angemeldet.

 

Der allgemeine Rahmen sah wie folgt aus :

Am Anfang der Stunde wurde immer ein Stuhlkreis gebildet, wo jedes Kind erzählen konnte wie es ihm gerade geht, ob noch Fragen zur Vorstunde sind und ob Unterstützung bei Konflikten benötigt wird. Bei Bedarf wurden diese dann in der Gruppe, zum Teil im Rollenspiel, geklärt. Dieses Vorgehen hat sich als sehr hilfreich erwiesen, als die Kinder schon etwas „Fachwissen“ erworben hatten und  dadurch ein guter Übergang zur Arbeit mit dem Umgang mit Konflikten gab. Nach Ablauf der Einheit wurde noch mal ein Stuhlkreis gebildet, um die Stunde Revue passieren zu lassen und Dinge die erkannt wurden zu verdeutlichen. Viel Wert wurde auf das gemeinsame Abschlussritual gelegt. ( wir fassten uns alle an den Händen und gingen leicht in die Knie – dann schrien wir ganz laut „Wuuusch“ und springten nach oben – danach sagten wir „Auf Wiedersehen“ )

 Förderung der Wahrnehmung von Gefühlen und Bedürfnissen :

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Vorlage von sog. Gefühlsmonsterkarten, anhand derer die Kinder ihnen bekannte Gefühle identifizieren konnten

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Darstellung von Gefühlen anhand von Musik ( die Reise zu den Gefühlsplaneten, wo bestimmter Musik ein Gefühl zugeordnet wurde )

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Erstellung eigener Gefühlsbuttons, die getragen wurden, um die eigene Gefühlslage anschaulich zu machen und zu beobachten wie sie sich im Laufe der Stunde verändern konnte

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Spiele zur Wahrnehmungsförderung ( sehr beliebt war das Spiel des Schlüsselkönigs – hier wird das „aktive Hören“ geschult )

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Pantomimische Darstellung von Gefühlen

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Die Kinder malten Konfliktsituationen und ordneten den beteiligten Gefühle zu

 

Allgemeiner Einstieg in den Umgang mit Konflikten :

Die Kinder erzählten wo und wie sie Streit erlebt hatten. Wir sprachen über die Streitkultur von Jungen und Mädchen. Es stellte sich heraus, dass Mädchen wie Jungen gleichermaßen in der Lage sind entweder zu hauen oder nachzugeben und – je nachdem was die Stärke des jeweiligen Kindes ist – sich die Kraft oder das Talent zu vermitteln, positiv nutzen lässt.

 Heranführung an die gewaltfreie Kommunikation :

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Spiel zum Erkennen wie Gewalt wirkt  (kurze Spielerklärung : 2 Kinder stehen sich gegenüber, Kind 1 legt die rechte Hand auf die linke Schulter des anderen – Kind 2 fasst den Ellenbogen von Kind 1 und probiert so die Hand von der Schulter weg zu ziehen, die aber unter allen Umständen dort liegen bleiben soll. Hierauf folgt in der Regel ein rechter „Kampf“ der auch wehtun kann. Nach einer Minute bekommt das Kind 1 den Auftrag den Widerstand aufzugeben und mit der Bewegung mitzugehen – was als sehr viel harmonischer empfunden wurde. Die Kinder erkannten, wie man seinen Standpunkt auch ohne Gewalt beibehalten kann )

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Heranführen an die beiden Tiere der gewaltfreien Kommunikation, über Spiele und Vergleich der beiden Tiere Wolf und Giraffe

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Ausarbeiten der wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Tieren ( Wolf: greift an, ist „böse“, hat nur eine eingeschränkte Sichtweise etc. Giraffe: bleibt gelassen, hat den Überblick, hat ein großes Herz ..) über diverse Übungen.

 Arbeit mit Wolf und Giraffe :

Wir haben viele Übungen zur Übersetzung von Wolfssprache in Giraffensprache gemacht. Zuerst wurden hierzu allgemeine Situationen genutzt und mehr und mehr zu den eigenen Sprachansätzen übergeleitet.

Übergang zu dem Hören mit Wolfs – und Giraffenohren ( z. B. „ Mir ist langweilig“ hört der Wolf evt. als „du bist langweilig, mit dir kann ich nichts anfangen“ – die Giraffe hört „ich möchte gerne etwas Interessantes machen“ )

Vorstellung der 4 Schritte nach denen in der gewaltfreien Kommunikation vorgegangen wird:

  1. Beobachtung
  2. Gefühle
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

Es wurden viele Rollenspiele in 2er Gruppen durchgeführt, aber auch mit der ganzen Gruppe. Vor allem wurden eigene oder beobachtete Konflikte zur Lösungsfindung herangezogen.

 Allgemeines :

Wir haben ein großes Plakat vorbereitet, welches in Kürze in der Schule aufgehängt wird. Hierauf sind u.a. die 4 Schritte zu erkennen – mit einem kleinen Beispiel –  welche als Hilfsmittel für weiterführende Schlichtungen dienen können. Außerdem fanden wir es gut, dass es für alle Kinder nutzbar wird und noch mal mit Bild und Name gezeigt wird, wer an dem Projekt teilgenommen hat und ggf. als Schlichter hinzugezogen werden kann.

Als Abschluss wurde ein kleiner Test über die Grundkenntnisse in GFK geschrieben der den Kindern gezeigt hat, wo noch mal genauer aufgepasst werden muss. Er fiel bei allen gut aus und alle Kinder bekamen ein „Streitschlichterdiplom 1.Grades“ verliehen.

 Durch das Projekt wurde der Grundstein für eine friedliche Auseinandersetzung mit Konflikten gelegt, der auch weiterhin verfolgt werden soll. Hierzu werden auch in Zukunft kleine Übungen gemacht und eine Lehrerin mit der GFK vertraut gemacht, um es in den Schulalltag zu integrieren. Grundsätzlich ist angestrebt die Möglichkeiten der GFK auch weiterhin in der Schule zu nutzen.

 

Konfliktlösungsseminar  beim IJGD-Workcamp im Sommer 07

 In die tägliche Arbeitszeit der ijgd-Gruppe von fünf Stunden an fünf Tagen der Woche wurde das Seminar eingebunden. Damit sollte den Teilnehmern eine Verbindlichkeit signalisiert werden. Die Jugend aus dem Ort war aufgefordert, freiwillig am Seminar teilzunehmen, was nur sehr eingeschränkt, mit 3 Teilnehmern, stattgefunden hat.

Die Kursleitung war bemüht die Bedürfnisse der Gruppe zu berücksichtigen und hat mit viel Feedbackübungen gearbeitet, um diesen auf den Grund zu kommen.

Die sehr unterschiedlichen Sprachkenntnisse in englischer und/oder deutscher Sprache ( Beides Campsprachen ) behinderten ein fließendes Arbeiten am Thema besonders. Es wurde viel Zeit für Übersetzungen benötigt. Dies schmälerte die Begeisterungsfähigkeit für das Thema und die aktive Mitarbeit, so dass auch inhaltlich nicht so viel wie geplant bearbeitet werden konnte. Der Mediationskurs wurde auf dem Gelände der Jugendarbeit ,Am Esch, in Lemke durchgeführt.

Die Seminarleitung war bemüht die Inhalte des Kurses an die Gruppensituation anzupassen, um etwaige Schwierigkeiten sofort bearbeiten zu können. Da der Kursleiter aus privatem Anlass das Seminar nicht selber durchführen konnte, schickte er kurzfristig eine Vertretung, die in einer solchen Konstellation von TeilnehmerInnen noch nicht gearbeitet hatte und eher unsicher wirkte. Dies  bemerkten wohl auch die TN, denn einigen Teilnehmern der internationalen Gruppe schien die Ernsthaftigkeit und Notwendigkeit eines solchen Seminars nicht konkret klar zu sein. Wobei auch eine eher unglückliche Zusammensetzung der internationalen Gruppe, mit einem Überhang an osteuropäischen TN, einer

Asiatin und einem sehr jungen Mann aus der Türkei den gesamten Gruppenfindungsprozess sehr nachhaltig  beeinflussten. Einer der osteuropäischen jungen Männer  verweigerte die Mitarbeit durch Schweigen und unangemessenes Verhalten, welches in einem Reflexionsgespräch erörtert und die Notwendigkeit einer solchen gruppendynamischen Einheit nochmals thematisiert wurde. Ihm schien der Kurs unnötige Zeit zu beanspruchen, die er lieber produktiv verbracht hätte..

Eine weitere Beeinträchtigung war die Durchführung des Kurses in englischer Sprache, da dieses oft Übersetzungen in die Muttersprache erforderte, weil der Wortschatz der TeilnehmerInnen oft nicht für die besonderen Formulierungen ausreichte.

Der Großteil der Gruppe hat das Seminar jedoch als sehr hilfreich angesehen, da es Einblicke in die unterschiedlichen Konfliktsituationen und -auslöser, sowie in individuelle Verhaltensweisen, auch geschlechtsabhängig bot, die im alltäglichen Miteinander oft nicht bewußt wahrgenommen werden. Besonders die jungen Frauen der Gruppe profitierten von dem Angebot, da sie im Anschluß auch den Mut fanden sich in den Feedbackrunden der Gruppe konkret zu äußern und angemessen Kritik zu üben. Ebenso benannten einige TN diese Erfahrungen als äußerst wertvoll für ihr tägliches Leben mit seinen diversen Differenzen. Es wurden einzelne, immer wiederkehrende Konfliktsituationen angesprochen, denen sie nun mit einem konkretes Handlungsmodell begegnen können.

 Alle beteiligten Partner bemühten sich sehr um ein tolerantes, demokratisches Miteinander und die Gemeindeverwaltung unterstützte alle Aufgaben mit viel Engagement und persönlichem Einsatz. Die Ferienpassinitiative Marklohe begleitete die gesamte Gruppe hervorragend und der Seminarleiter A. Torbecke, konnte spontan eine Vertretung organisieren, da er unerwartet wegen privater Angelegenheiten ausfiel. Zeitweise gab es Kommunikationsschwierigkeiten zwischen TeilnehmerInnen der internationalen Gruppe und der ijgd.

 

Pilotprojekt Kreta

Organisiert durch den Landesarbeitskreis Berufsnot (LAK) aus Hannover nahm die Jugendwerkstatt an einem Work-Camp auf Kreta teil. Zusammen mit der KVHS Norden und der KVHS Aurich flogen vier TeilnehmerInnen(zwei Männer und zwei Frauen) und ein Werkstattpädagoge aus Nienburg in der Zeit vom 29. September bis 13. Oktober 2007 nach Griechenland.

Auf dem Gelände des Euro-mediterranen- Jugendzentrums der Orthodoxen Akademie Kreta wurden verschiedene Arbeiten ausgeführt. Beispielsweise wurden drei Betonplatten gegossen um anschließend Zelte darauf zu stellen. Außerdem wurden Ausbesserungsarbeiten an einem Schattendach ausgeführt und diverse Reparaturen erledigt. Die Gruppe war in einfachen Blechhütten untergebracht und verpflegte sich überwiegend selbständig. Es wurde aber nicht nur gearbeitet. Bei angenehmen spätsommerlichen Bedingungen standen sowohl der Besuch der Samaria- Schlucht (mit 18 km die längste Schlucht Europas) als auch der minoischen Palastanlage von Knossos auf dem Programm.
Die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zwischen griechischen und deutschen Jugendlichen bestand beim Besuch von zwei Berufsschulen. Die kretische Küche und kretische Folklore lernte man an zwei Abenden in der Orthodoxen Akademie kennen. Außerdem besuchten wir das Heiligenfest des Eremiten Johannes und bekamen dabei Einblicke in die kretischen kirchlichen Feste.

Für alle MitfahrerInnen war es ein interessantes Abenteuer. Gerade der Austausch der drei Einrichtungen hat allen großen Spaß gemacht.
Perspektivisch soll sich in den nächsten Jahren ein internationaler Austausch von polnischen, kretischen und deutschen Jugendlichen entwickeln. Geplant sind die Arbeiten auf dem Gelände des Euro- mediterranen- Jugendzentrums weiter voran zu treiben. Ein Gegenbesuch von kretischen Berufsschullehrern und Schülern in Niedersachsen wird außerdem angestrebt.

Die jungen TeilnehmerInnen, die überwiegend das erste Mal im Ausland waren und Kontakt zu Menschen hatten, die nicht deutsch sprachen, kamen mit vielen neuen und faszinierenden Eindrücken von der Reise zurück. Die anschließende Dokumentation in Form eines Films und eines Tagebuchs wurde ansprechend von den TeilnehmerInnen aus Nienburg gestaltet.

 mehr Infos
 

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