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Im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes des Weser-Aller-Bündnisses wurden seit 2006 vielfältige Projekte zur Demokratieförderung in der Region gefördert. Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten stand das Leitziel "Jugendliche stärken gegenüber neofaschistischen Ideologien".

Hier sind einige Beispiele aufgeführt, die einen Einblick in die Aktivitäten der WABE-Projekte geben.

 

 

Regionalkongress „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Über 100 Schüler/innen und Lehrer/innen im Jugendzentrum in Verden

Am 06. Oktober fand im Jugendzentrum in Verden der Regionalkongress „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt. Über 100 interessierte Schüler/innen und deren Lehrkräfte waren beteiligt und konnten sich gegenseitig austauschen.

Zu Beginn der Veranstaltung, nach der Begrüßung durch Rudi Klemm von WABE, Bürgermeister Lutz Brockmann und Dr. Peter Kaufmann vom Kultusministerium (Landeskoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“), hielt Andreas Speit , freier Journalist der TAZ, einen Vortrag über Neonazis in Niedersachsen. Er sprach über einige NPD-Kandidaten, deren Wahlkampfstrategien und rechte Musik. Während des Vortrages wurden die Schüler/innen mit einbezogen und Fragen konnten im Plenum diskutiert werden.

Anschließend begann die Arbeit in den Workshops. So konnten die Schüler zum Beispiel im Workshop „Hip-Hop“, geleitet von der Sebastian Ganso und Iwan Issajew, eigene Texte zum Thema schreiben, einen Beat produzieren und das Ergebnis dann später in der Gruppe vortragen. Andere Schüler konnten in den Workshops „Stolpersteine“, geleitet von Werner Schröter, „Schüler-Tipps“, geleitet von Julian Schlichtholz, „Show Racism The Red Card“, geleitet von Andreas Hellstab und „Tabubruch – Das Spiel zu SOR/SMC“, geleitet von Holger Nanz, Neues lernen und ihre Ideen und Erfahrungen mit Anderen teilen. Für die Lehrer gab es auch einen Workshop, indem sie sich über Projektideen austauschen und beraten konnten.

Eine besondere Aufgabe hatte die Pressegruppe, geleitet von Natascha Lorang und Anke Landwehr, die in alle Workshops reinschaute, um anschließend einen Zeitungsbericht über die Veranstaltung zu verfassen, der später in den Verdener Nachrichten veröffentlicht wurde.

Alles in allem war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Die Teilnehmer haben Interesse und Engagement gezeigt und die Veranstalter bekamen positives Feedback.

LA

 

Angriff von Rechtsaußen -

Buchvorstellung von Ronny Blaschke in Oyten und Nienburg

Am Abend des 5. Septembers in Oyten, sowie am 6. September in Nienburg, hielt der Autor Ronny Blaschke einen Vortrag über sein Buch: „Angriff von Rechtsaußen - Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“.

Durch die Organisation des Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie und Zivilcourage (WABE) mit dem TV Oyten, sowie mit der Bücherbutze und dem Begegnungszentrum Sprotte in Nienburg, konnten an beiden Abenden viele interessierte Gäste der Lesung des Autors und Journalisten Ronny Blaschke folgen. Unter den Gästen waren der Bürgermeister Manfred Cordes und der Vorsitzende des Sportvereines Günther Block-Osmers in Oyten, sowie Gerhard Bücker vom Landespräventionsrat und Patrick Neumann vom Landessportbund in Nienburg.

Ronny Blaschke gab einen Einblick in die Strategien und Taktiken von Rechtsextremen, die zum Beispiel in Fanszenen Wählerstimmen sammeln oder Sportvereine gründen, um Jugendliche an ihre Kameradschaft heranzuführen. In seinem Buch ließ er die Neonazis in den Fußballsszenen selbst, wie auch ihre Gegen-Aktivisten zu Wort kommen und zeigt somit auf, wie Rechtsextreme das Verständnis von Toleranz und Demokratie im Fußball nachhaltig schädigen.

Mit Hilfe von Bildern veranschaulichte Blaschke seinen Vortrag und sprach auch über Themen wie Musik, am Beispiel der Band Kategorie C, Kleidung und verschiedene Codierungen der Rechtsextremen. Anschließend folgte eine Frage- bzw. Diskussionsrunde mit den Gästen, in der Fragen zur Unterbindung dieser Unterwanderungen gestellt und besprochen wurden. Die kommende EM 2012 in Bezug auf Hooligans wurde ebenfalls thematisiert, wobei Ronny Blaschke herausstellte, dass es viele gute Fanprojekte in Deutschland aber auch in Polen gibt, die eine großartige Arbeit leisten.

Für alle Veranstalter waren die Lesungen ein voller Erfolg. In beiden Fällen fanden die Gäste den Vortrag interessant und informativ und es gab anschließend viel Gesprächsstoff.

Die Veranstaltung wurde gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – kompetenz stärken  LA

 

 

Vielfalt als Chance! Vielfalt als Standortfaktor

Das Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage (WABE) lud gemeinsam mit den Wirtschaftsförderern und den Fachdiensten für Integration der beiden Landkreise  Nienburg und Verden alle Interessierten ein zur Veranstaltung „Kulturelle Brücken stärken Demokratie & Wirtschaft“ am 5. Juli 2011 ins Kulturzentrum Martinskirche in Hoya. Viele Interessierte waren der  Einladung gefolgt, weil das Thema brandaktuell ist. Der demografische Wandel stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Die Erwerbsbevölkerung in Deutschland schrumpft schneller und stärker als in anderen Ländern. Der OECD zufolge wird sie – ohne Zuwanderung – bis zum Jahr 2020 um 6 Prozent abnehmen.

Die beiden Landräte Peter Bohlmann (Landkreis Verden) und Heinrich Eggers (Landkreis Nienburg)  eröffneten die Veranstaltung gemeinsam mit Dr. Dursun Tan vom Niedersächsischen Sozialministerium und Bürgermeister Detlef Meyer. Die Moderation erfolgte durch Peter Brieber. Dr. Dursun Tan vom niedersächsischen Sozialministerium hob in seinem Grußwort der Ministerin hervor, dass sich interkulturelle Entwicklungsprozesse durchaus zügig vollziehen können und von den Menschen im Land auch begrüßt werden. Insofern sei der Ressourcen orientierte Blick dieser Veranstaltung auf Migration und Integration äußerst positiv. Nienburgs Landrat Heinrich Eggers  hob die bisherigen Integrationsbemühungen hervor und zeigte sich erfreut, dass mit dieser Veranstaltung ein weiterer Schritt gemacht wurde.

Verdens Landrat Peter Bohlmann mahnte, dass trotz der juristischen Erfolge des Landkreises Verden bei den Abrissverfügungen für den Heisenhof weiterhin Wachsamkeit gegenüber Rechtsextremismus geboten sei. Er hob  mit Bezug auf die Geschichte von WABE deutlich hervor, dass das Netzwerk nunmehr einen qualitativen Schritt von der reinen Abwehr rechtsextremer Bestrebungen hin zur Thematisierung von wichtigen Zukunftsthemen wie dem demografischen Wandel und der kulturellen Vielfalt als Chance mache.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Auseinandersetzung mit den Chancen und Herausforderungen einer  interkulturellen Öffnung der Region unter dem Motto „Vielfalt als Chance! Vielfalt als Standortfaktor!“. Die Förderung einer Willkommenskultur ist ein sinnvoller  Baustein, um dem demographischen Wandel im ländlichen Raum zu begegnen und den Wegzug von hochqualifizierten MigrantInnen zu reduzieren. Ermutigende Beispiele aus Wirtschaft und Verwaltung wurden vorgestellt und im Rahmen eines Worldcafés in acht Gespächsrunden parallel sehr offen diskutiert.  Die sehr konstruktive Atmosphäre ermöglichte auch eine konstruktive Thematisierung von Defiziten und Problemlagen.

Andreas Dittrich, Geschäftsführer der Fa. Emkon aus Kirchlinteln stellte das Projekt emforce vor, mit dem das Unternehmen Emkon eine Partnerschaft zum Schulzentrum Kirchlinteln aufgebaut hat und damit bewusst den Übergang von der Schule in den Beruf  von Haupt- und Realschülern erleichtert. Dittrich übereichte Verdens Landrat Peter Bohlmann und dem Bürgermeister der Gemeine Kirchlinteln Wolfgang Rodewald  ein gerahmte Urkunde zur Erinnerung an den  erfolgreichen Guinness-Rekord des emforce-Projektes mit dem größten auf Karton gemalten Mosaik.

Verdens Polizeichef Uwe Jordan berichtete über den Prozess der interkulturellen Öffnung am Beispiel der Polizei in Verden/Osterholz. 

Mara Erlinghagen präsentierte Ergebnisse aus dem Praxis orientierten Xenos-Forschungsprojekt  „Ökonomie mit Vielfalt“  der Ruhr Universität Bochum und zeigte auf wie die Förderung interkulturelle Kompetenzen betriebswirtschaftlich wirksam werden kann. Die interkommunale Zusammenarbeit der Fachdienste für Integration, Jugend und Wirtschaft zweier Landkreise in einer Veranstaltung zu diesem Thema gilt als beispielhaft.

Nach drei Stunden endete die Veranstaltung mit einem Schlusswort von Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann, der hervorhob, dass die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft von der Bereitschaft zu notwendigen Veränderung vorhanden ist.

  
 
   
   

 

Projektmesse 2010

22 WABE-Projekte im Nienburger Kulturwerk vorgestellt

Landrat Peter Bohlmann berichtet über den aktuellen Stand in Sachen Heisenhof

Das Weser-Aller-Bündnis: Engagagiert für Demokratie und Zivilcourage (WABE) hat nach drei Jahren Laufzeit des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus auf der Projektmesse im Nienburger Kulturwerk eine positive Bilanz gezogen. Insgesamt wurden mehr als 130 Projekte in dieser Zeit realisiert und viele Impulse für das demokratische Miteinander gegeben. Im Nienburger Kulturwerk begrüßte der Nienburger Landrat  Heinrich Eggers die Gäste und lobte die Qualität der 22 vor Ort präsentierten Projekte. Er wies darauf hin, dass die Kooperation von zwei Landkreisen und zwei Kreisstädten für die Demokratieförderung in dieser Weise auch anderen Orts als Alleinstellungsmerkmal betrachtet würde. Deshalb seien auch alle vier gemeinsam jüngst durch das Bundesfamilienministerium als "Orte der Vielfalt" ausgezeichnet worden. Bundestagsabgeordnete Katja Keul von den B'90/Grünen lobte die Arbeit von WABE und kritisierte, dass die Bundesregierung zu wenig Mittel für den Kampf gegen Rechtsextremismus zu Verfügung stellt. Es sei besonders wichtig der Menschenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft zu begegnen.  Der Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne (SPD) machte deutlich, dass das über WABE  geförderte zivilgesellschaftliche Engagement einen wichtigen Beitrag zum Schutz der demokratischen Grundordnung darstelle.

Landrat Peter Bohlmann aus Verden erläuterte, dass WABE ein wichtiger Baustein für die Auseinandersetzung mit den Rechtsextremisten im Landkreis Verden sei und berichtete über die Entwicklungen rund um den Heisenhof.  Der Landkreis Verden habe aus baurechtlichen Gründen die Nutzung des Heisenhofes untersagt und sei bisher in allen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht so erfolgreich gewesen, dass die Entscheidungen des Landkreises Verden Bestand haben. Mit dem Ableben des rechtsextremistischen Anwalts Jürgen Rieger als Vertreter der Wilhelm-Tietjen-Stiftung hätten die gerichtlichen Verfahren zunächst geruht. Jetzt hätte allerdings ein anderer Rechtsextremist die laufenden Geschäfte der Wilhelm-Tietjen-Stiftung übernommen und werde die Gerichtsverfahren auch weiterführen.  Damit ist wieder offen, was mit dem Heisenhof geschieht. Landrat Peter Bohlmann ist jedoch optimistisch, dass die Verfügungen des Landkreises auch in weiteren Gerichtsverfahren Bestand haben werden. Dann werde dem Eigentümer noch drei Monate Zeit eingeräumt, um die betreffenden Gebäude kostenpflichtig abzureißen. Damit hätte dieser Immobilienkauf der extremen Rechten einen erheblichen finanziellen Schaden zugefügt.

Die Stärkung von Demokratie und Zivilcourage soll auch zukünftig durch WABE erfolgen, deshalb verständigten sich die Bürgermeister Lutz Brockmann und Hennig Onkes sowie die Landräte Peter Bohlmann und Heinrich Eggers darauf, die Kooperation für die nächsten drei Jahre fortzusetzen und  für die Förderperiode 2011 - 2013 einen Antrag im neuen Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" zu stellen.  Die Stadt Verden wird dafür wieder die Projektträgerschaft übernehmen.

Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann wies allerdings darauf hin, dass die Förderung durch den Bund deutlich geringer ausfallen werden als bisher, deshalb seien die Aktivitäten des neuen Fördervereins  WABE e. V. besonders wichtig. Möglichst viele Einzelpersonen, Vereine, Verbände und auch weitere Kommunen sollten Mitglied werden, um die Arbeit, wie sie in den vorgestellten Projekten sichtbar werde,  zu stabilisieren. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins
WABE e. V., Hans Joachim Blask, lobte in seinem Grußwort die vorgestellten Projekte und machte deutlich, dass der Verein sich für eine Nachhaltigkeit einsetzen werden und als verlässlicher Partner zur Verfügung stehe.
Die folgenden Träger stellten ihre Projekte im Nienburger Kulturwerk vor:

 

 

bulletMuseumsverein Nienburg/Weser für die ehemaligen
bulletGrafschaften Hoya, Diepholz und Wölpe e.V.
bulletSoFa e.V. Sozialpädagogische Familien und Lebenshilfe e.V.
bulletKulturimpuls Steyerberg e. V.
bulletVerein zur Förderung der Berufsbildenden Schulen Verden e.V.
bulletFokus gGmbH
bulletDokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V.
bulletSprotte Begegnungszentrum
bulletTintenklecks e.V.
bulletVerein für Kinder-und Jugendarbeit Uchte e.V.
bulletCJD Nienburg
bulletFörderverein Nordertorschule
bulletDITIB Türkisch-Islamische Gemeinde Verden e.V.
bulletKreisjugendring Nienburg e.V.
bulletBewegungsakademie e.V.
bulletShow Racism the Red Card
bulletArivu-Zukunft durch Bildung e.V.
bulletVerein für Regionalgeschichte Verden e.V.
bulletFörderverein der Nordertorschule
bulletPSG Barnstedt e.V.

In drei Workshops wurden inhaltlich gearbeitet:

  1. Rechte Kinder ratlose Erwachsene (Andrea Müller)
  2. Stolpersteine als Form der Gedenkarbeit (Werner Schröter)
  3. Jugendaktionen (Julian Schlichtholz, Anna Wunder, Katharina Falk)
Insbesondere in dem von den drei JugendvertreterInnen geleiteten Jugend-Workshop "Jugendaktionen" wurden von den Jugendlichen viele Projektideen gesammelt und Erfahrungen ausgetauscht.  Einige davon sollen bald realisiert werden.
Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte das kleine Ensemble von Sputnike -  Junge Kultur im CJD unter Leitung von Michael Coreen.

 

 

Abschlussbericht des Projekts: „Gegen das Vergessen – Erinnerungsarbeit

der Träger Förderverein der Nordertorschule/Ev. Kirchenkreisjugenddienst Nienburg

Ansprechpartner: Andrzej Bojarski, Mail: andrzej.bojarski@web.de

Projektzeitraum: 25.10. bis 29.10.2010, Durchführungsort: Oswiecim (Auschwitz), Polen

Mit den Jugendlichen fanden im Vorfeld mehrere Vorbereitungstreffen statt. Dabei wurden Texte insbesondere über die Geschichte der (Nienburger) Sinti und Roma im Nationalsozia-lismus gelesen und über die Geschichte der eigenen Familie im Nationalsozialismus gesprochen. Wir führten Gespräche mit einem ehemaligen Mitschüler und seinem Vater aus einer Sinti-Familie stammend, über die Familiengeschichte im Nationalsozialismus, insbesondere über nach Auschwitz deportierte und dort ermordete Verwandte. Der Stadtarchivar Nienburgs, Thomas Gatter, hielt vor den 10. Klassen der Nordertorschule einen Impulsvortrag über Auschwitz/Auschwitz-Birkenau und das sogenannte  „Zigeunerlager“.

 In Oswiecim/Polen nahm die Gruppe mit anderen Gruppen aus Sachsen an einem vom Landesjugendpfarramt Sachsen organisierten Programm teil.

 Alle nahmen

bullet an einer Stadtführung durch das heutige Oswiecim mit besonderem Blick auf die jüdische Geschichte (Synagoge, Judengasse, Jüdischer Friedhof),
bullet einer Führung durch das Stammlager I Auschwitz,
bullet einer Führung durch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau sowie
bullet an einem Zeitzeugen-Gespräch mit Tadeusz Sobolewicz

teil.

Wir arbeiteten in unterschiedlichen Kleingruppen (* Digitale Fotographie * Schreibwerkstatt * Theater *Collagen) zur Reflektion und Verarbeitung des Gesehenen und Erlebten. Es ent-standen in Zusammenarbeit mit anderen Jugendlichen beeindruckende Fotos, Gedichte, (Wort-)Collagen und ein Theaterstück.

 Die Jugendlichen waren hoch motiviert und wollten unbedingt mitfahren, da Studienfahrten mit diesem Programm an einer Hauptschule nicht an der Tagesordnung sind. In Oswiecim arbeiteten sie daher in den dort gebildeten Kleingruppen mit SchülerInnen aus Sachsen aktiv mit. Zusätzlich dazu trafen sich die Jugendlichen auf ihren Wunsch hin mit den Betreuer-Innen als Nienburger Kleingruppe täglich mehrmals zur Tagesplanung, Dokumentation der Tagesergebnisse und zur Reflektion. Hierbei war von Vorteil, dass BetreuerInnen und Jugendliche sich schon aus der jahrelangen Teamarbeit in einem Schulprojekt kennen. Diese Vertrautheit ermöglichte es SchülerInnen und Erwachsenen, Gedanken und Gefühle angstfrei und sehr direkt auszudrücken, ohne sich z.B. seiner Tränen schämen oder Spott fürchten zu müssen.

Diese Ergebnisse und die Erkenntnisse aus der Vor- und Nachbereitung werden u.a. auf  Roll-ups so präsentiert, dass sie von den Jugendlichen ausgestellt und präsentiert werden können, um der ihnen von Sobolewicz erteilten Aufgabe ("Ihr müsst jetzt dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. Erzählt allen zuhause was ihr hier erfahren habt.  Alle Menschen sollen Brüder werden") nachzukommen.

Im Vorfeld dieser Studienfahrt nach Auschwitz wurden wir Erwachsenen gefragt, wie das denn gehen solle, mit HauptschülerInnen nach Auschwitz zu fahren. Ob wir nicht fürchten würden, dass die Jugendlichen den intellektuellen Anforderungen einer solchen Fahrt nicht gewachsen sein könnten und sich dann unangepasst verhalten würden. Wir waren von Anfang an überzeugt, dass es nicht auf die Schulform sondern vielmehr auf die gemeinsame Vorbereitung und den Zusammenhalt der Gruppe ankommen würde.

Unsere Erwartungen diesbezüglich wurden noch übertroffen. Wir können es nur weiterempfehlen, mit einer Kleingruppe ein solches für beide Seiten lohnendes Vorhaben zu realisieren.

In unseren Gesprächen nach dieser Fahrt baten uns die Jugendlichen, auch mit anderen SchülerInnen nach Auschwitz zu fahren, damit auch die „wirklich verstehen und fühlen können, dass so was nicht noch mal passieren darf.“ Wir werden versuchen, diesem Wunsch nachzukommen.

Gesine Schöning, Andrzej Bojarski (Schulsozialarbeiterin, Lehrer, beide Nordertorschule) und Martin Bauer (Ev. Kirchenkreisjugenddienst Nienburg)

 Nienburg 2010

 

 

Wochenendseminar „Courage in der Schule“

Die Schulsozialarbeiterin des Schulzentrum Kirchlinteln, Natascha Lorang, die NiKo-Fachkräfte  Holger Nanz (SoFa) und Martin Blömer (Landkreis Verden) sowie die WABE-Koordinierungsstelle organisierten ein Schüler-Wochenend-Seminar  zum Thema „Courage in der Schule“ im Schullandheim Verdener Brunnen.

 

Die Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen im Alter von 10 bis 19 Jahren beschäftigten sich mit der Frage: Wie kann man erreichen, dass „Schule Ohne Rassismus – Schule Mit Courage“ in der eigenen Schule realisiert wird, dass Courage in der Schule gelebt wird.

Unter dem Stichwort „Nazis zwischen Glatze und Nadelstreifen wurden Informationen zu unterschiedlichen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, wie Musik, Symbole und Organisationsstrukturen  vermittelt. Knackig und informativ fasste der Film „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ verschieden Aspekte zusammen und zeigte Möglichkeiten für ein couragiertes Handeln auf.

Mit praktischen Übungen wurde das Thema Respekt! Vielfalt! Toleranz! aufgegriffen, um interkulturelles Lernen zu ermöglichen.

Holger Nanz stellte sein neues Spiel „Tabubruch“ gegen Rassismus und für Courage vor, dass mit großem Eifer von der gesamten Gruppe gespielt wurde. Jetzt soll es mit Schulklassen weiter getestet werden und wird jedes Mal weiter verbessert.

 Bei den Argumentationshilfen gegen dumme Sprüche und Stammtischparolen wurde dann die Welt hinter den Parolen erkundet, um in der Schule, im Verein und anderswo angemessen reagieren zu können.

 Den Abschluss bildete ein Worldcafé zur idealen Schule mit Courage. Dabei äußerten die Schülerinnen und Schüler den Wunsch nach mehr Unterstützung für Schule Ohne Rassismus und entwickelten neue Ideen, die sie demnächst in ihren Schulen realisieren möchten.

Rudi Klemm vom WABE-Büro  zeigte sich vom Engagement der Schülerinnen und Schüler begeistert:  „Es ist einfach super, dass sich die Schüler ein ganzes Wochenende in ihrer Freizeit mit so einem wichtigen Thema auseinandersetzen. Wir sollte so etwas unbedingt wieder anbieten.“

 

 
   
Infostand in der Stadthalle Verden beim Schulmedientag

Die WABE-Koordinierungsstelle beteiligte sich mit einem Infostand am Schulmedientag. Schüler der Realschule Verden testeten für WABE während des Schulmedientages das Computerspiel Trainingslager.

   

Jugendaktionsfonds als jugendgemäße Projektförderung für Orte der Vielfalt 

Das interregionale WABE-Projekt „Orte der Vielfalt“ bietet Jugendlichen und Erwachsenen als Kooperationspartner eine finanzielle und inhaltliche Unterstützung bei Aktionen gegen Rassismus und für Demokratie. Das Projekt in Trägerschaft des Kreisjugendring Nienburg e. V. wird in der Weser-Aller-Region die Möglichkeit schaffen, sich "einfach" für Demokratie und Zivilcourage zu engagieren. Zwischen Fischerhude und Diepenau bekommen verschiedenste Akteure die Möglichkeit die eigenen Ideen umzusetzen. Geplant sind u.a.

• Mobile Bildungsangebote für Schulen

• Aktionstage

• Konzerte

• Musikprojekte

• Ausstellungen

Weitere Ideen und Projektvorschläge sind sehr erwünscht.

Wir wollen besonders Jugendliche ermutigen, aktiv zu werden, heißt es in einer Mitteilung des Kreisjugendrings. Mindestens  2000,00 € der bewilligten 12000,00 € Projektmittel fließen direkt in einen Jugendaktionsfonds für eine jugendgemäße Projektförderung. Der Jugendaktionsfonds dient ausschließlich der Förderung von Demokratieprojekten, die Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre selbst organisieren. Um ihnen die jugendgemäße Projektförderung zu erleichtern, kann man die eigene Projektidee einfach auf einer Seite darstellen und abschicken. Die Entscheidung über eine Förderung dieser Jugendprojekte wird von den Jugendlichen im Begleitausschuss getroffen.

Damit können deutliche Impulse für eine Demokratisierung der Alltagskultur gesetzt werden und der schleichenden Erosion von demokratischen Grundeinstellungen begegnet werden , wie sie z. B. in Untersuchungen  von Prof. Heitmeyer von der Uni Bielefeld festgestellt wurden.

Die Wirksamkeit einer solchen Kampagne erhält ihre Nachhaltig durch die Beteiligung von Akteuren unterschiedlicher Couleur und der Bereitschaft  der Beteiligten, sich nicht nur für das Projekt, den Sportverein, die eigene Partei, die Gemeinde, die eigenen Kirche etc. zu engagieren, sondern auch für das Prinzip Demokratie ein zu stehen.  Informationen sind erhältlich in Nienburg bei Claudia Oelsner (Tel. 05021-967-318) und in Verden  im WABE-Büro (Tel. 04231-676222)

 
 
   

Regionalkongress Schule Ohne Rassismus/Schule Mit Courage

Am 16.3.2010 fand im Nienburger Kulturwerk der Reginalkongress "Schule Ohne Rassismus/Schule Mit Courage als ein Element des Projektes Netzwerkimpuls 2010 statt. Neben den vielen örtlichen Kooperationspartnern haben sich das Niedersächsische Kultusministerium und der Verband Niedersäcchsischer Bildungsinitiativen (VNB) aktiv an der Veranstaltung beteiligt. Es fanden 8 Workshops statt und eine Dokugruppe erstellte in kooperation mit der Jugendseite "The Rake" der Tageszeitung DIE HARKE eine Zeitungsseite zum Regionalkongress. Mit mehr als 100 TeilnehmerInnen und einer sehr intensiven inhaltlichen Arbeit werten die Veranstalter den Kongress als sehr erfolgreich.

 

 
   
   
   
   
 

 

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